ASP im Aladin am 16.10.2015

Die Gothrocker mit und um Alexander „Asp“ Spreng veröffentlichen am 16. Oktober 2015 ihr neues Album „Verfallen Folge 1: Astoria“ – und starten am selben Abend den Tourauftakt in Bremen. ASP im Aladin – das kann ich mir nicht entgehen lassen!

Und trotz strömenden Regens auf der Autobahn komme ich überpünktlich an – noch eine halbe Stunde bis Öffnung. Pünktlich – dachte ich. Bis ich den Lindwurm an wartenden, meist schwarz gewandeten Gästen sehe, die ruhig auf ihren Einlass warten. Hupsala. Was ein Glück, dass uns die hanseatischen Regengötter – zumindest vor dem Aladin – mit Niederschlag verschonen. Und irgendwann ist das Warten dann auch vorbei und ich betrete den gut gefüllten Saal. Und sofort fällt die nächste wartende Schlange auf – zur Garderobe hin. Aus gutem Grund: Es ist warm drinnen. Noch ohne, dass auf der Bühne etwas passiert. Später werden durchaus hochsommerliche Temperaturen herrschen…

Vorgruppe sind Spielbann. Ein Quintett aus Saarbrücken. Kenne ich nicht – ein Fehler, wie ich schnell merke. Voller Energie und sichtbar guter Laune tobt „die Bande“, wie sie sich selbst gern bezeichnen, über die Bühne, in einem beständigen Wechsel der Gesangsstimmen, der Geschwindigkeit, reißen das Publikum – ungewöhnlich für eher behäbige Norddeutsche – mit. Und genau wie ASP kommt auch bei Spielbann am Tag des Tourauftaktes das neuste Album heraus: „Spielbann – In Gedenken“, und voller Stolz werden die neuen Stücke präsentiert. Ein berechtigter Stolz, und diese Band – mit „Seb Storm“ und „Nic Frost“ am Mic, „Lias Schwarz“ an der Gitarre und Background-Vocals, „Spyke Synister“ am Bass und Mr 3.141 „Pi“ am Schlagzeug – werde ich ganz sicher im Auge behalten!

Und dann – nach einer Umbauphase, an der sich auch Spielbann noch aktiv beteiligt – ja dann erscheint ASP – ASP im Aladin.

Auf vielen der letzten Konzerte sind die Musiker wie Gladiatoren in die Arena auf die Bühne gekommen, mit extra Lichtshow, kurzem Solo – dagegen ist ASP geradezu gediegen, unprätentiös. Und ohne große Umschweife holen sie das Publikum ab, reißen es mit. ASP verstehen es, die neuen Stücke der „Astoria“ zu verweben – miteinander, und mit altbekannten Stücken. Schaffen es, auch kleine Unstimmigkeiten bei der Songreihenfolge (es ist halt der Tourauftakt) zu überbrücken, überspielen, auszumerzen, den Zuschauer und Zuhörer nicht im Stich zu lassen – Vollprofis mit Begeisterung zur der, für ihre Musik. Und das Publikum dankt es ihnen – tanzend, mitsingend, mitklatschend. Und das bei – ich hatte es erwähnt – gewöhnlich eher etwas drögeren, ruhigeren Norddeutschen.

Bemerkenswert auch die Ansagen von Alexander – nicht von der Bühne herab, sondern auch hier das Publikum einbeziehend. Egal, ob er etwas zum „Verfallen“-Zyklus erzählt oder von der ASP-Zeit auf der Bühne, ob er von Seelenverwandten redet oder von Sinn oder Unsinn, sich auf Teufel komm raus im Fernsehen präsentieren zu wollen, von der Dankbarkeit, die ASP empfindet für ihre Fans… immer spricht er zum Publikum gewandt, mit den bei Alexander so typischen, weiten Gesten, wie mit jedem einzelnen Gast.

Der Abend hat mich absolut geflashed… Ich bin dann durch strömenden Regen wieder nach Hause gefahren, mit offenem Fenster und laut “Astoria” auf den Boxen.

Danke für einen wunder-vollen Abend an ASP und natürlich auch an Spielbann!

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