Lacrimas Profundere – Antiadore

Als mir ein Bekannter dazu riet, doch in das neue Lacrimas Profundere – Antiadore ‚reinzuhören, hielt ich das für einen Scherz. Doch er verneinte das vehement und behauptete, dies sei sein voller Ernst. Neugierde siegt. Ich habe mir das Album angehört und ich muss sagen: Nicht schlecht, Herr Specht. Ja, im Vergleich zu manch anderem Werk aus der dunklen Ecke ist Lacrimas Profundere eher seichtere Kost, die ich ohne Angst auch meinem eigenen Nachwuchs an die Hand gäbe. Das ist keine Abwertung, im Gegenteil: Die Band hat mit dem Album Antiadore ein hörenswertes, angenehmes Gothic-Rock-Album aufgelegt, das mir ausnehmend gut gefällt.

Die Musik ist breit, fast schon orchestral arrangiert. Satte Gitarren, passende Elektro-Untermalung und insgesamt stimmige Komposition. Die Stimme von Rob Vitacca erweist sich als erstaunlich vielseitig: Von fast schon Schmusepop-samtweich bis hin zu kernig maskulin verraucht, dazu ein paar Growls als stilistische Untermalung – insgesamt ist Antiadore rundherum stimmig geworden. Die Texte sind nicht belanglos, aber auch nicht gerade der lyrische Olymp. Sie passen zur Musik. Alles passt zusammen und einzig der Opener des Albums gefällt mir irgendwie nicht recht, weil ich mit dem Song zurzeit nichts anfangen kann. Der Rest des Albums hat dafür echte Dauerläuferqualitäten.

Es hat sich für die Band auf jeden Fall gelohnt, dieses Album zusammen mit Ricky Warwick (New Model Army, The Almighty) und Corni Bartels (End Of Green) zu produzieren. Qualitativ ist Lacrimas Profundere – Antiadore ein rundherum gelungenes, gutes Album, in das auch „nicht Gothics“ ruhig hineinhören sollten. Es sind zwar keine Ohrwürmer auf der Scheibe, aber dafür bleibt das Album insgesamt, die Stimmung, die angenehm tragenden Melodien, im Ohr.

Lacrimas Profundere – Antiadore ist erschienen am 24.05.2013 bei Napalm Records

Webseite der Band: http://www.lacrimas.com/

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