L’Âme Immortelle – Fragmente

Seit “Momente” ist noch gar nicht so viel Zeit vergangen und schon veröffentlichten L’Âme Immortelle ihr Album “Fragmente” (Trisol Music Group/Soul Food). Mir wurde das Album als neue Interpretation der vorangegangenen Veröffentlichung “Momente” angekündigt. Nachdem ich das Album jetzt einige Male gehört habe, muss ich dem widersprechen. Ich halte das für eine Untertreibung. “Fragmente” ist für mich mehr als eine Neuauflage vorangegangener Stücke. Ja, deutliche Bezüge kann ich nicht leugnen. Will ich auch gar nicht. Daraus aber abzuleiten, dass Thomas und Sonja hier lediglich einen lauwarmen Aufguss ausgelutschter Lieder in neuer Verpackung verkaufen wollen, ist ein Fehler. Das Album ist viel mehr, viel größer als ein “Momente, Teil 2”.

“Fragmente” besteht aus zwei Teilen, die in der limitierten Buchformat-Version auf 2 CDs präsentiert werden. Die beiden Teile tragen eigene Namen: “elektronische Fragmente” und “akustische Fragmente”. Diese Aufteilung tut dem Album sehr gut. Ich empfehle, die beiden Teile getrennt voneinander zu hören, entsprechend der eigenen Stimmung. “Elektronische Fragmente” ist der treibende, tanzbare, moderne, aber auch experimentelle Teil des Albums. L’Âme Immortelle haben mich besonders mit dem Track “Demon Be Gone” sehr überrascht. Einen Ausflug in den Dubstep hätte ich den beiden wirklich nicht zugetraut, aber so überraschend dieses Experiment für mich auch ist, so gelungen finde ich es. Insgesamt ist “elektronische Fragmente” für mich eher spielerisch. Es zeigt mir, dass Thomas und Sonja immer auf der Suche nach Neuem sind und sich trauen, ungewohnte, neue Wege zu gehen, ohne sich selbst dabei untreu zu werden.

Während ich “elektronische Fragmente” treibend und fordernd empfinde, tritt “akustische Fragmente” teils leise und zurückhaltend, teils theatralisch auf, ohne mich dabei mit barockem Muff zu ersticken oder durch monumentale Steifheit zu erdrücken. Der akustische Part spricht mich mit einer ganz anderen musikalischen Sprache an und löst bei mir andere Emotionen aus. Dieser Teil des Albums lädt mich ein zum Nachdenken und Träumen, aber auch zum Erinnern und strahlt eine ganz besondere Ruhe aus, die zu der Energie der “elektronischen Fragmente” im starken Kontrast steht.

Insgesamt ist “Fragmente” für mich eine sehr schöne und gelungene Mischung vollkommen unterschiedlicher Stilrichtungen, die zwar sehr stimmungsabhängig ist, mir aber dennoch sehr gefällt.

Offizielle Webseite von L’Âme Immortelle

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