Larrikins – Am Ende war der Mensch

Deutschrock zwischen Punk und Metal

Das dritte Album der Larrikins – Am Ende war der Mensch ist sehr direkt. Schon die Songtitel wie “Scheiße (War Schon Immer Braun)”, “Die Schuld Daran”, “Wut” oder “Alles Auf Anfang” verraten wohin die Reise geht. Gesellschaftskritik wird groß geschrieben auf “Am Ende war der Mensch” und die Texte sind nicht so vulgär oder einfach, wie die Titel vielleicht vermuten lassen. Im Gegenteil. Die Band aus Goldberg (Mecklenburg) setzt sich mit einfachen Problemen und Themen auseinander, aber das tut sie intelligent.

Am Ende war der Mensch

Das Album ist ein abwechslungsreicher Stilmix aus Rock, Punk, Metal, Ska und anderen Elementen, der hervorragend funktioniert. Die Songs sind frisch und kraftvoll eingespielt, animieren zum Mitsingen. Die Musik der Larrikins ist gereifter, vielleicht erwachsener, trägt die Songtexte, die immer wieder gut dosiert nachdenklich machen. Hier liegt eine der großen Stärken des Albums: Die Band beschäftigt sich auf ihre eigene Art mit Themen, die jedem irgendwie durch den Kopf gehen doch bleibt die Musik greifbar und zugänglich.

Larrikins Bandfoto 1Die Faust im Samthandschuh ist “Am Ende war der Mensch”. Die Härte, das Rohe ist an den Kanten etwas abgerundet. Dadurch wirkt die Musik professioneller und bewegt sich vielleicht für manchen Geschmack weg vom Ursprünglichen. Doch der Musik tut dieses behutsam Zurückhaltende insgesamt gut, denn die Band bleibt bei sich und ihrem Stil, öffnet sich aber gleichzeitig und ermöglicht den Texten für sich selbst zu stehen.

Weichgespült? Auf keinen Fall. Vielmehr haben die Larrikins sich Gedanken darum gemacht, wen sie erreichen wollen und wie. Klar, wer brachialen Core will, oder dreckigsten Punk, der wird mit “Am Ende war der Mensch” vielleicht etwas Beef haben, aber dafür liefert die Band Songs ab, die auch abseits der Die-Hard-Fans ankommen, denen auch mal Leute zuhören, die gerade mit den Extremen dieser Musikrichtung ihre Probleme haben – und das ist der Band außerordentlich gut gelungen, denn ich mag das Album und ich bin nun wirklich nicht die erste Adresse für Underground-Punk oder irgendwas-Core.

Larrikins Bandfoto 2Die Band hat den Großen auf die Finger geschaut und versucht von ihnen zu lernen. Die stilistische Nähe zu den Toten Hosen ist besonders im Song “Zeit” schwer zu überhören. Doch die Band zeigt in aller Deutlichkeit, dass sie kein Abklatsch der Hosen sein will. Texte und Musik passen zusammen, Tempo und Härte passen sich der Aussage an, schaffen eine dichte, greifbare Stimmung und zeigen eine authentische Band, die begreift, dass man irgendwann keine 16 mehr ist und es vielleicht doch um mehr geht, als einfach nur laut zu sein.

Larrikins – Am Ende war der Mensch ist erschienen am 26.03.2016 bei Rügencore-Records / Cargo Records

Offizielle Webseite der Larrikins

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LARRIKINS – Alles auf Anfang (Offizielles Video)

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