Lita Ford – Time Capsule

Ein Leben für den Rock

Wenige Rockmusikerinnen sind so richtig berühmt geworden, aber die aus London stammende Lita Ford hat es geschafft. In den 1970ern begann sie ihre Karriere bei der Band The Runnaways, an der Seite von Cherrie Ann Currie, Sandy West, Joan Jett und Vicki Blue. Litas Gitarrenspiel wurde schnell zum zentralen Element der Band. Als sich The Runaways 1979 trennten, begann sie ihre Solo-Kariere. Alben wie “Dancin’ on the Edge” sind ebenso unvergessen, wie ihre Zusammenarbeit mit Ozzy Osbourne und der daraus hervorgegangene Song “Close My Eyes Forever”.

Time Capsule

Time Capsule ist als eine Art biographisches Album zu verstehen. Das Album erscheint parallel zu ihrer ebenfalls dieses Jahr erscheinenden Biographie “Living Like a Runaway: A Memoir”. Lita Ford hat eine Reihe “verlorener” Analogaufnahmen aus dem Archiv geholt und mit Gastmusikern wiederbelebt. Dabei nimmt sie sich der Songs sehr vorsichtig an, versucht den Sound und Zeitgeist der bisher unveröffentlichten Originalaufnahmen weitestgehend zu erhalten.

“Keeping it straight” ist das Motto der Musik von Lita Ford – Time Capsule. Entsprechend schnörkellos sind die Songs aufgenommen. Lita hat darauf verzichtet, die Songs aufzuhübschen, sie zu modernisieren. Entsprechend oldschool klingt die Rockmusik auf TIme Capsule. Dabei besinnt sie sich darauf, was schon immer das Markenzeichen ihrer Musik war und packt eine Menge virtuose Gitarrenarbeit aus und zeigt eine ganze Menge ihres musikalischen Spektrums.

Besonders bemerkenswert an dem Album ist jedoch die Liste der Gastmusiker, mit denen sie ihre Songs aufgenommen hat. Zu denen gehören unter Anderem Chris Holmes (ex W.A.S.P.), Gene Simmons (KISS), Jeff Scott Soto (Ex-Yngwie Malmsteen), Rodger Carter (Rick Springfield, Eddie Money), Dave Navarro (ex Janes’s Addiction), Robin Zander und Rick Nielsen (Cheap Trick) und viele, viele andere Größen mehr.

Time Capsule ist ist genau das: Eine Zeitkapsel. Das Album fängt die Musik von “damals” ein, besucht die Musik noch einmal. Viele kleine und große Higlights stecken in dem Album, doch “Rotten to the Core” wäre schon wegen Gene Simmons am Bass und Bruce Kulick an der zweiten Gitarre das Highlight, ist aber auch was Litas Gitarre angeht überragend, vielleicht noch erreicht von “Anything for the Thrill”.

Time Capsule ist sehr roh, wirkt auf mich hier und da sogar unfertig, aber das ist volle Absicht, denn Lita präsentiert hier wirklich alte Songs aus den Archiven und einige Songs erklären selbst, warum sie in den Archiven lagen und nicht veröffentlicht wurden. Das Album zeigt sehr schön, was Lita Ford kann, was ihren Stil ausmacht, kennzeichnend für ihre Musik ist und wie sich ihre Musik im Laufe der Zeit auch verändert hat. Es ist ein ehrliches Album, aber auch ein – wenn man so will – aufgeklärter Blick zurück und das macht das Album besonders.

Lita Ford – Time Capsule erscheint am 15.04.2016 bei Steamhammer / SPV

Offizielle Webseite von Lita Ford

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Lita Ford – Behind The Scenes Photoshoot with Dustin Jack Photography

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