Lord of the Lost – The Love Of God

Lord of the Lost

Die fünf Leute, die Lord of the Lost bilden, sorgen gern mal für Diskussionen. Es gibt Fans, für die „LotL“ das Beste seit geschnitten Brot im Bereich Rock aus Deutschland ist, andere finden sie zu „Mainstream“, andere zu experimentell – oder aber zu wenig innovativ. Oder mögen einige Songs der Band sehr, andere gar nicht. Und diese Band bringt jetzt die EP „The Love Of God“ heraus – Grund genug, rein zuhören.

The Love Of God

Die Veröffentlichung enthält 5 Tracks, die rund 21 Minuten abspannen – drei verschiedene Versionen des Titelsongs, den Track „Another Sunny Day In Paradise“ und eine deutschsprachige Version des Songs „Blood For Blood“, abgemischt durch Erdling. Auf den ersten Blick sieht das nach nicht viel Futter für die Ohren aus, aber wie so oft: Der erste Anschein täuscht.

Mehr sein als Schein(en)

Schon die drei Spielarten von „The Love Of God“ unterscheiden sich gewaltig im Sound. Von der Originalversion, die irgendwo zwischen Dark Rock und Metal pendelt, über die Piano-Version, die deutlich harmonischer und melodischer, mehr als NDH in die Ohren geht, bis zur instrumentalen „Tobias Mertens Ego Version“ ohne Chris Harms Gesang, bei der aber dafür Tobias an der Gitarre brilliert, ist ein weites Spektrum schon mit diesem Song abgedeckt.

Für all die, denen die letzte EP „Full Metal Whore“ ausnehmend gut gefallen hat, wird „Another Sunny Day In Paradise“ ein Genuss sein – es ist schon an der Grenze zum Speed Metal und wartet mit Growling, Shouting, extremen Tempi-Wechseln auf. Ich persönlich bin ja nicht so der Fan von – insbesondere – Growling, aber muss rückhaltlos anerkennen, dass dieses Stück in die Ohren – und die Beine geht. Und die von der NDH-Band Erdling verfasste Version „Blut für Blut“ des Erfolgsstücks Blood for Blood klingt zwar ruhiger, gemäßigter als das englischsprachige Original, ist es vom Rhythmus her aber gar nicht, und bilden eine Synergie zwischen den Stilen beider Bands, in der das Äußerste an Klang herausgekitzelt wird.

Re­sü­mee

Insgesamt liefern Lord of the Lost mit der EP The Love Of God deutlich mehr musikalische Erlebnisreise, als einige andere Bands es auf einem ganzen Longplayer schaffen. Und wem die letzten Scheiben zu „poppig“ waren, dem seien diese 21 Minuten Musik ans Herz gelegt, es wird anders. Das gleiche auch für die, denen die letzten Veröffentlichungen zu sehr reiner Metal waren. Ja, beides zusammen – geht.

Lord of the Lost – The Love Of God erscheint am 13.05.2016 bei Out Of Line (rough trade).

Webseite Lord of the Lost (Facebook)

Tourdaten:

13. – 15. Mai 2016: WGT (verschiedene Veranstaltungen)
3.06.2016 Hamburg
4.06.2016 Erfurt
5.06.2016 München
6.06.2016 Pagney (F)
8.06.2016 Paris (F)
9.06.2016 Köln
10.06.2016 Tielt (B)
11.06.2016 Amstetten (NL)
12.06.2016 Kopenhagen (DK)
13.06.2016 Gothenburg (SWE)
14.06.2016 Stockholm (SW)

Lord of the Lost – The Love Of God

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