Lovelorn Dolls – Japanese Robot Invasion

Die Kombination aus fragiler, zarter, beinahe entrückter Frauenstimme und fetzig brummendem Rock und hypnotischen Elektrobeats macht es mir unmöglich, am neuen Album der Lovelorn Dolls – Japanese Robot Invasion vorbeizugehen: Das ist genau die Musik, die ich hören will. Musik, die Arsch in der Hose hat und sich nicht versteckt, aber weder aufgepumpte Luftnummer noch Krawallgeschraddel ist. Japanese Robot Invasion ist sorgfältig ausbalanciert. Der Drahtseilakt über verschiedene Stilelemente hinweg gelingt bravourös, bleibt abwechslungsreich und in sich stimmig.

Lovelorn Dolls – Japanese Robot Invasion ist mal mehr, mal weniger rockig. Besonders beeindruckt hat mich Blood Moon, dessen Rock schon am frühen Morgen meine Nachbarschaft nachdrücklich zu begeistern versteht. Mit dem Cover von Just Like Heaven (The Cure, 1987) erobert sich die Band im Sturm einen Platz in meiner ewigen Playlist. Die Interpretation dieses Klassikers ist mit einem Wort: wundervoll. Jasmina ist für mich der Song des Albums, der mich durch seine Einfachheit und Genialität, ohne Attitüde vorgetragen, begeistert. Mir gefällt, dass die Band ihrer Linie treu bleibt, sich aber von anderen Bands inspirieren lässt. Gerade wegen dieses aufgeschlossenen Blicks über den Tellerrand bleibt das Album abwechslungsreich.

Tanzbar ist die Musik. Mal sphärisch, mal straight nach vorne. Beinahe für jede Stimmung und Situation was dabei. Die oft sehr frubi-happy-positiv anmutenden Melodien sollten aber nicht über die deutlich finsteren Untertöne der Band hinwegtäuschen (zum Beispiel „I’m looking for the thrill – I’m looking for the kill – I want to have some fun – Before I come undone“, The Thrill). Zwar erreicht Japanese Robot Invasion für mich noch nicht die geniale Komplexität und Dichte eines Lay My Soul To Waste (A Pale Horse Named Death, 2013), aber die Band hat eindeutig das Potenzial dafür. Das Album macht Lust auf mehr: Mehr Laut und Mehr Davon!

Lovelorn Dolls – Japanese Robot Invasion ist erschienen am 17.10.2014 bei Alfa Matrix / Soulfood)

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