Maxïmo Park – The National Health

Wunderschöne Abgründe der Seele

Mit Maxïmo Park aus Newcastle ist es wie mit Oliven: Man mag sie, oder man mag sie nicht. Melodischer, energetischer AlternativeIndieRock, der manchmal haarscharf am Gitarren-Pop vorbeischrammt. Ihre Musik schmeichelt sich ein, ist schon fast aufdringlich harmonisch. Die Lieder klingen toll und harmlos – und täuschen so galant über ihre kritischen Inhalte hinweg. Manchen geht solche Musik voll auf die Nerven, ich liebe das.

„The National Health“ ist ein Wechselbad der Gefühle: Hier noch einschmeichelnd unschuldig, dort schon beinahe aufdringlich antreibend. Dadurch bleibt das Album von Maxïmo Park interessant, aber auch angenehm hörbar. Die scheinbar unbefangene Leichtigkeit des Gute-Laune-Sounds verführt und täuscht geschickt darüber hinweg, dass dieses Album recht wenig mit dem Glücklich sein zu tun hat. Sänger Paul Smith pendelt manisch zwischen den Extremen des Dunklen. Im Titelsong des Albums schlägt das voll durch. Die wachsende Panik von „Waves of Fear“ ist beinahe greifbar. Dazwischen liegen das fast verzweifelte Betteln nach Aufmerksamkeit von „Reluctant Love“ und die beunruhigende Geschichte erkalteter Leidenschaft von „Write This Down“.

„The National Health“ steckt voller großartiger Melodien und großer Gefühle. Die Geschichten, die Maxïmo Park auf diesem Album erzählen, sind dicht, komplex und anspruchsvoll und ich bin mir nicht sicher, ob ich alle Bedeutungsebenen der Texte erkannt habe. Von „verstehen“ will ich gar nicht erst reden. Das ist nicht schlimm, denn „The National Health“ ist ein tolles Album das ich wieder und wieder hören kann, weil es so viel darauf zu entdecken gibt.

Maxïmo Park – The National Health ist erschienen am 08.06.2012 bei Vertigo Berlin / Universal

Offizielle Website von Maxïmo Park

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