Mesh – Automation Baby

Die Synthie-Pop-Formation Mesh aus Bristol gehört zu den Bands, die ich bis vor kurzem nicht kannte. Erst durch deren neues Album Automation Baby wurde ich auf die Band aufmerksam. Mesh steht zum Erbe der 80er Jahre. Einflüsse (zum Beispiel) der Thompson Twins und Depeche Mode sind für mich überdeutlich – und das gefällt mir sehr! Das Album ist schön gemachter Synthie-Pop: Teils tragend, teils treibend, markanter Synthie-Bass, mal prägnanter, mal dezenter Beat, aber immer stimmungsvoll. Automation Baby verbreitet eine durchweg positive Stimmung.

Die Musik auf Automation Baby rundum schön. Nicht dieses kitschige „Schön“, das uns beim „Förster vom Silberwald“ entgegenbricht. Das Album ist schön, weil es gefällt, weil es die Seele streichelt. Die Songs sprechen über Themen, die wir kennen: Liebe und Leid, Freundschaft und Verrat. Es fällt leicht, sowohl zur Musik als auch zu den Texten sofort eine persönliche Beziehung aufzubauen und nachzuempfinden, worüber die Band singt. Die Musik von Mesh ist zwar trotz allem noch immer Pop, aber Pop mit einer persönlichen Note.

Mir gefällt, dass Mesh zwar nah bei ihrem Erbe aus der Popmusik der 80er Jahre bleibt. Aber Mesh ist nicht vernagelt oder blind. Die Band übernimmt moderne Elemente aus Industrial und Dubstep, aber so vorsichtig und dezent, dass ich mich frage, warum das nicht schon immer so gemacht wurde. Das Album „Automation Baby“ ist in der ersten Hälfte eher „klassisch“ gemacht und stilistisch eher oldschool, während die zweite Hälfte deutlich mehr moderne Einflüsse präsentiert. Eine schöne Kombination, die das Album abwechslungsreich gestaltet.

Mesh zeigen, dass der Beat der 80er weder staubig noch ausgelutscht sein muss. Automation Baby ist schon deshalb eine schöne Bereicherung für jeden, der Sythie-Pop mag.

Automation Baby von Mesh erschien am 15.03.2013 bei Dependent (Alive)

Webseite der Band: http://www.mesh.co.uk/

KEINE KOMMENTARE