Mesh – Looking Skyward

Musikalische Leichtigkeit verbirgt emotionale Tiefe

Synthie Pop ist ein unter der Last des Erbes der gigantischen Heroen der 1980er und 1990er ächzendes Genre. Viele Bands scheinen musikalisch eingeklemmt zwischen Chillout und Lounge auf der einen und Mainstream-Pop auf der anderen Seite. Es ist alles gesagt in dieser musikalischen Sparte, nur noch nicht von jedem, könnte man meinen. Immer wieder klingt eine Band wie eine Neuauflage einer anderen, finden sich schwer zu leugnende, bekannte Versatzstücke, verwendet in der Hoffnung, durch Rekombination Erfolge zu kopieren.

Doch diese Perspektive ist falsch, denn es gibt eben auch Bands wie Mesh aus Bristol. Mark Hockings und Rich Silverthorn zeigten vor drei Jahren mit Automation Baby, dass es in diesem Genre auch heute noch sehr wohl Bewegung nach vorne gibt, ohne das Genre zu verlassen oder zu verfremden. Völlig zurecht gilt dieses Album als eines der besten seiner Art und als bis dato bestes der Band. Looking Skyward tritt auch gegen die Last des eigenen Erbes an.

Looking Skyward

Die drei Jahre seit Automation Baby hat Mesh sehr gut genutzt. Die Band hat sich gut mit dem eigenen Material und den eigenen Wurzeln beschäftigt. Mit Looking Skyward entstand ein Album, das oberflächlich betrachtet nahezu makellos unproblematisch klingt. Jeder Song hat echtes Erfolgspotenzial. Die Melodien sind bemerkenswert gut gemacht, sprechen eine eigene, Mesh-typische Sprache. Unter dieser Oberfläche aber ist das Wasser tief.

Mesh bedient sich beinahe subtiler Melancholie, die sich nicht aufzwingt. Zwischen Drama und scheinbarer Unbeschwertheit entsteht tanzbare Musik mit beinahe apokalyptischen Aussagen. Schon Titel wie „Kill Your Darlings“, „Before The World Ends“ oder „The Last One Standing“ sagen alles. JE mehr man sich mit den Songs auseinandersetzt, desto stärker wird die Wirkung, treibt die Musik die Emotionen in sorgfältig dirigierte Richtungen.

Es sieht so einfach aus, hört sich so leicht, ja, beinahe belanglos an. Die Musik ist beweglich, leicht und fließend. Doch steckt in Looking Skywards gleichermaßen verzweifelte Hoffnung wie auch hoffnungslose Verzweiflung. Sorgfältig ummantelt von einer Musik, die tanzbar ist, sogar Spaß macht und so etwas transportiert, das größer ist als das, was man normalerweise von Snythie Pop erwartet.

Mesh – Looking Skyward erscheint am 26.08.2016 bei Metropolis Records

Offizielle Webseite von Mesh

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Mesh – Kill Your Darlings [official video clip]

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