Michna – Goldene Collage elektronischer Musik

Die Frage, ob DJs Musiker sind wird spätestens dann schwierig zu differenzieren, wenn sie Alben mit eigener Musik veröffentlichen. Adrian Michna, DJ und Produzent aus New York, veröffentlichte 2008, vor inzwischen sieben Jahren, sein Debütalbum „Magic Monday“ und jetzt im Februar den Nachfolger „Thousand Thursday“. In der Zwischenzeit war er nicht untätig und veröffentlichte zwischenzeitlich mehrere EPs.

Michnas „Thousand Thursday“ wurde mir unter die Nase gehalten, als ich neulich mit dem aktuellen Release von The Chemical Brothers haderte. „Thousand Thursday“ kommt tatsächlich teils dem überraschend näher, was ich von den Chemical Brothers erwartet hätte, teils ist es ganz weit davon weg. Elemente aus Drum & Bass und Breakbeats geben einigen Stücken einen bemerkenswerten Touch.

„Thousand Thursday“ ist phasenweise sehr ruhig und verträumt, mir fast schon zu chillig. Die Spannungskurve hängt manchmal etwas durch, aber dafür hat das Album eben auch Tracks wie „Cherry 2000“, „She Exists in My Mind“. Alleine die überragenden Tracks „Solid Gold“ und „Death Pits of Rath“ machen das Album zu einem „must have“. Michna sagt über „Thousand Thursday“, dass dieses Album das breite Spektrum elektronischer Musik wiederspiegelt, die er zu Hause und im Club hört. Das erklärt, warum das Album eher eine Collage, eine Sammlung von Impressionen ist und weniger eine Clubsession oder ein Set.

Das Album lässt sich nicht exakt in dieser oder jener Szene verorten, denn die kulturellen Bezüge sind kurz gehalten. Die 8Bit Anleihen, die Minimal-Einflüsse, die Anspielungen auf Breakbeat, TripHop und andere, teils schon fast als Oldschool geltenden Spielweisen, machen das Album zu einer schönen Inspiration und Ideensammlung der elektronischen Dance Music, „Solid Gold“ und „Death Pits of Rath“ machen es zu etwas Besonderem.

Michna – Thousand Thursday ist erschienen am 03.02.2015 bei Ghostly International

Webseite (Facebook): https://www.facebook.com/MichnaOfficial

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