Moon Duo – Occult Architecture Volume 2

Nur weil das Wetter doof ist, muss man nicht gleich schmollen!

An diesem regnerischen und nasskalten Mittag will irgendwie nichts so richtig funktionieren. Die Pop-Schwemme nimmt langsam anstrengende Züge an. Trotzdem gibt der Autor dieser Zeilen die Hoffnung nicht auf und bleibt am Ball. Vielleicht gibt es ja doch noch irgendwo Musik, die meine Stimmung hebt, ohne dabei erstens weder lästig noch zweitens belanglos zu sein. In dieser Situation wird mir von Moon Duo aus Portland Occult Architecture Volume 2 zugesteckt.

Occult Architecture Volume 2

Moon Duo erkundet mit einem schwebenden Sound psychedelisch-progressiver Musik eine Welt irgendwo weit jenseits vom Alltagsstress. Obwohl das Album “nur” fünf Tracks enthält, ist schon der kürzeste Song (New Dawn) immerhin über sechs Minuten Lang. Das Album kommt so auf eine beeindruckende Laufzeit. Die heutzutage doch leider recht unübliche Länge der Songs nutzt die Band aus. Sie erkundet ausgiebig Regionen, die unaufdringlich zwischen verträumt-positiver Melancholie und einem motivierendem Schubs wabern.

Es ist schon ein akustischer Garten Eden, in den Moon Duo den Hörer entführt. So völlig frei von Bedrohung, Dunkelheit, Druck und negativen Gefühlen und doch weit weg vom belanglosen Pop haben wir in letzter Zeit selten Alben in Händen gehabt. Die Musik streift durch Sphären, die mal weiter weg zu sein scheinen, mal ganz knapp außerhalb des Greifbaren existieren. Dabei verblüfft die ungezwungene und ganz und gar nicht aufgesetzte Schönheit der Musik, die einfach da ist. Occult Architecture Volume 2 gelingt das Kunststück, auf intelligente Art und Weise positive Stimmung zu verbreiten, ohne dabei in das übliche Mainstream-Einerlei abzugleiten.

Die Songs vermitteln ein unerwartetes Gefühl von Freiheit. Sie regen den Geist an und lassen die Gedanken treiben, ohne dabei einzuschläfern. Die akribische Gitarrenarbeit passiert beeindruckend lässig und ungezwungen, das Schlagzeug unterstützt harmonisch und der hohe, tragende Gesang wirkt entrückt, beinahe verträumt. Trotzdem ist das Album insgesamt dicht und harmonisch. Die Musik bleibt sozusagen bei der Stange. Die Songs fransen nicht aus und die Moon Duo verheddern sich nicht in ihrem musikalischen Ausflug, sondern behalten stets den Boden unter den Füßen.

Die Grooves sind jetzt vielleicht nicht so die Party-Kracher, aber dafür ist Occult Architecture Volume 2 ein Album, das ich gerne an Tagen wie diesem hören mag. Die Musik ist kein dicker Knüppel auf den Kopf, sondern wie eine schöne Tasse Kaffee, die den Tag bereichert. Musik, die die Seele streichelt und ungezwungen vermittelt, dass vielleicht doch irgendwie alles gar nicht so negativ ist, wie es auf den ersten Blick vielleicht scheint.

Moon Duo – Occult Architecture Volume 2 ist erschienen am 05.05.2017 bei Sacred Bones Records / Cargo Records

Offizielle Webseite von Moon Duo (Facebook)

Moon Duo – Sevens (Official Audio)

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