Nothing But Thieves – Beeindruckender Alternative Rock aus England

Da steht ein Pferd

Das Album-Cover, bei dem der Schatten eines Pferdes aus wie durch einen Vorhang aus dem Nebel auf mich zukommt, macht mich ratlos. Mädchenmusik? Pferderomantik? Nothing But Thieves? Robin Hood? Irgendwas mit Mittelalter? Och bitte nicht. Cover-Art ist eh ein Thema für sich, aber bei diesem Album ist das Cover das, was mich etwas abgeschreckt hat. Wäre mir das Album nicht von vertrauenswürdiger Seite als “Geheimtipp” dringend empfohlen worden, es läge wahrscheinlich immer noch auf dem Stapel.

Nothing But Thieves

Etwas Geheimnisvolles, Träumerisches, haftet der Musik schon an, aber meine ersten Befürchtungen werden nicht erfüllt – Gottseidank. Tragender, hintergründiger Alternative Rock aus England, der mich sanft einhüllt, eine Atmosphäre schafft, die zugleich vertraut ist und doch auch etwas Unheimliches in sich trägt. Typische Mädchenmusik ist es nicht, und doch ist die Musik des Albums eher wie eine sanfte Berührung, ein Streicheln, das immer wieder kraftvoll zupackt und aufwühlt.

Auf den Spuren von Muse

Eine starke Verwandtschaft zu Muse fällt mir immer wieder deutlich positiv auf. Die Band folgt in vielem der durch Bands wie Muse, Placebo, Radiohead und Kasabian vorgedachten Wege. Besonders der Gesang von Frontmann Conor Mason erinnert mich immer wieder stark an Matthew Bellamy. Und doch sind Nothing But Thieves irgendwie anders. Bei aller Ähnlichkeit zeichnet sich die Band durch eine deutliche eigene Handschrift aus, die ihrer Musik einen mal kernigen, mal sphärischen Charakter verleiht.

Wenn ich nicht von Anfang an gewusst hätte, dass Nothing But Thieves das Debütalbum von fünf Jungs aus England ist, wäre meine erste Frage gewesen, warum ich von der Band bisher nichts gehört habe. Das Album ist herausragend gut – und das sage ich, obwohl ich gerade diesen wimmernd-klagenden Gesangsstil in hohen Tonlagen, den Conor immer wieder benutzt, auf Dauer gar nicht leiden kann. DIe Band veröffentlicht ein Debüt-Album auf einem Niveau, das viele Bands erst nach vielen, vielen Jahren und Alben erreichen, wenn sie es überhaupt jemals erreichen können.

Dieser Alternative Rock von Nothing But Thieves ist auf so viele Arten toll gemacht, dass es blödsinnig wäre, auf jeden einzelnen Aspekt einzugehen. Wer Muse mag, wird Nothing But Thieves lieben. Die Band kann aber eben auch anders und das ist spannend. Besonders Songs wie “Excuse Me” und “Wake Up Call” sprechen mich sehr an und die Tatsache, dass Nothing But Thieves das Debütalbum dieser Band ist, ringt mir umso mehr Respekt ab.

Nothing But Thieves – Nothing But Thieves erscheint in Deutschland am 12.02.2015 bei RCA / Sony Music

Webseite von Nothing But Thieves: http://www.nbthieves.com/

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