Palace – So Long Forever

Zeitgeist

Der Erfolg der ersten beiden EPs „Lost In The Night“ und „Chase The Light“ ist wenig überraschend. Palace treffen einen Nerv: ihre Musik spricht die Gefühle vieler Stadtbewohner an. Es ist eine Musik, die irgendwo zwischen den Foals, Jeff Buckley und den Kings of Leon passiert, unaufgeregt und doch sehr gefühlvoll. Palace lassen Dich teilhaben an einem bitter-süßen Lebensgefühl, einer Sehnsucht nach etwas unbestimmten, schwer greifbarem. Palace vermittelt das Gefühl, dass Ruhe möglich wäre, wenn man nur…

Musikalisch im Indie verwurzelt, mit unverkennbarem Blues und einer eingängigen Emotionalität, der man sich nur schwer entziehen kann, verstehen Palace es, jeden irgendwie anzusprechen und mitzunehmen. Trotzdem sind Palace hierzulande bislang weitgehend unbekannt. In ihrem Heimatland England sieht das hingegen völlig anders aus. Dort werden Palace zu recht hoch gehandelt. Und tatsächlich verdient das Debütalbum „So Long Forever“ von Palace einige Aufmerksamkeit. Hier wird nicht irgendwelche Schnulze propagiert, sondern Musik mit Klasse und Format. Die Produktion ist auf höchstem Niveau von Adam Jaffery (Beach Baby) und Cenzo Townshend (The Maccabees, Florence + the Machine) produziert und abgemischt.

So Long Forever

Palace sprechen eine ganz bestimmte Gefühlslage an, die sich für manchen wie ein Schubs zu viel Bedauern, ein Hauch zu viel Drama, eine Nuance zu viel Emo anfühlen könnte. Das Album schrammt stellenweise eng am vor sich hin Plätschern entlang, doch stets auf so hohem Niveau, dass die Musik nie nervt und das ist wirklich bemerkenswert. Die Musik ist trotz ihrer Komplexität, insbesondere beim Gitarrenspiel, zugänglich. Die Band gibt mit ihren unbestreitbaren Talenten nicht an. Die Jungs posen nicht rum, sondern erzählen Geschichten, die nachvollziehbar und glaubhaft sind. Gerade das macht ihre Musik sympathisch.

Der Band gelingt ein Album, dessen musikalische und stilistische Balance gefällt. Das Album ist „rund“ und klingt nach einer Band, die sich über ihr Können vollkommen im Klaren ist und spaß an dem hat, was sie macht. Hier und da wünscht man sich vielleicht etwas mehr Druck oder etwas mehr Schwung, aber ich kann am Ende gut verstehen, warum die Band bei ihrem Debütalbum lieber etwas mehr auf Sicherheit spielt. Der Qualität von „So Long Forever“ tut das insgesamt keinen Abbruch und lässt der Band darüber hinaus auch noch genügend Raum für Entwicklung in die eine oder andere Richtung.

Palace – So Long Forever erscheint am 04.11.2016 bei Caroline / Fiction Records / Universal Music

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