Periphery – Periphery III: Select Difficulty

Drei, vier, oder sechs?

Was sind schon Zahlen? Periphery, die Progressive Metal Band aus Bethesda, hat vier Alben und zwei EPs veröffentlicht. Insgesamt also sechs Releases, nennt die sechste Veröffentlichung trotzdem „Periphery III: Select Difficulty“. Man kann darüber spekulieren, was das für das Doppelalbum „Juggernaut: Alpha & Juggernaut: Omega“ von 2015 bedeutet, aber vermutlich bedeutet „III“ einfach nur, dass „Select Difficulty“ das dritte reguläre Alöbum der Band sein soll. Dennoch zeichnen sich Veränderungen ab. Bassist und Produzent Adam „Nolly“ Getgood bleibt zwar offiziell bei der Band, wird jedoch nicht mehr mit der Band touren, weil er sich auf seine Arbeit als Produzent konzentrieren will. Wer bei Periphery auf Tournee Bass spielen wird, ist noch nicht bekannt.

Periphery III: Select Difficulty führt einiges zusammen, was nach Periphery II und Juggernaut offen blieb. Select Difficulty ist aber mehr und deshalb auch herausfordernd, denn Periphery bleiben ihrem das Album überspannenden Stilmix treu. Knallharter Metal, Shouts, melodischer Metal, aufgebaut auf polyrhythmischen Kompositionen ergeben ein prägnantes Ganzes, das überzeugt. Mal tobt sich die Band aggressiv aus, speziell bei „The Price Is Wrong“ und „Motormouth“. Mal verführt Periphery mit bemerkenswerten Melodien, mal entwickelt sie Stile von Bands weiter, deren Namen im Zusammenhang mit Metal eher ungern genannt werden, zum Beispiel Linkin Park.

Experiment IV: Periphery III: Select Difficulty

Periphery 2016 by Josefa TorresDie Experimente der Band sind zuweilen fordernd und für manchen vielleicht zu viel, aber der Name des Albums „Select Difficulty“ passt gerade deshalb. Je nach gewünschtem Schwierigkeitsgrad kann man sich „seinen“ Song aussuchen. Drums und Vocals sind klasse. Generell ist die Unterfütterung des musikalischen Ganzen mit Chören und Streichern und einer insgesamt imposanten Instrumentierung stimmig und frisch, aber eben auch sehr komplex. Fans von einfach gestricktem Metal werden an diesem Album einiges zu knabbern haben.

Die Tracks sind Kompakt und atmosphärisch dicht. Die unterschiedlichen Ansätze zeigen Periphery auf einem neuen Niveau und unterstreichen den Stellenwert der Band im Progressive Metal. Deutlich gewachsen ist das Zusammenspiel der Band, die mehr noch als auf Periphery II als organisches Ganzes harmoniert. Dennoch: Peryphery III: Select Difficulty ist ein polarisierendes Album, das nicht für jeden gemacht ist, aber dennoch versucht, jedem etwas anzubieten. Der Kontrast zwischen den knüppelharten „In Your Face“-Songs und den melodisch im direkten Vergleich beinahe an Pop-Rock erinnernden Stücken ist krass.

Vielleicht ist Periphery III: Select Difficulty eine Art Zustandsbeschreibung der Band, soll die verschiedenen Ideen, Ansätze und Einflüsse darstellen, denen sich die Band aussetzt und mit denen sie arbeitet, um ihren eigenen Weg zu finden. Das Album braucht mehrere Durchläufe, um so richtig anzukommen, denn mit jedem neuen Hören entfalten sich andere Aspekte, kann Neues entdeckt werden, sortieren sich Songs neu ein. Kurzum: Ein gutes Album, das herausfordert und bemerkenswerte Vielseitig ist.

Periphery – Periphery III: Selet Difficulty erscheint am 22.07.2016 bei Century Media / Sony

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PERIPHERY – Marigold (OFFICIAL VIDEO)

(Foto: Josefa Torres / Century Media)

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