Prong – X – No Absolutes

Wandel

Prong gilt als eine Band, auf die sich andere Bands oft berufen, wenn die nach ihren Inspirationen gefragt werden. Seit 1986 provoziert die Band und wird dafür von ihren Fans gefeiert – zu Recht, denn die Band macht immer etwas irgendwie anders als die Anderen. Zwar hat sich die Zusammensetzung im Laufe der Jahrzehnte immer wieder geändert und nicht zuletzt der Tod von Paul Raven waren herbe Einschnitte für die Band. Doch aufhalten? Prong? Heh. Da muss schon anderes passieren.

No Absolutes

Das neue Album von Prong – X – No Absolutes dröhnt und stampft. Es ist ein hartes Album, das weder Pausen noch Gefangene macht und deutlich mehr Metal ist als die Vorgänger. Gradliniger Stil auf der Grundlage modernen Grove-Metals, vielleicht mit ein paar Tassen Industrial dabei und einer deutlichen Portion Thrash. Und stets schimmern die Punk-Wurzeln durch. Das gefällt.

Mal was machen…

X – No Absolutes klingt, als hätte die Band sich vorher eine Menge älterer Metal Alben angehört und sich dann mit den Eindrücken im Ohr daran gesetzt, diese Ideen weiterzudenken. Hier werden Erinnerungen an Megadeth wach, da könnte auch Slayer am Werk gewesen sein. Es sind weder Anleihen noch Cover, sondern Stil und Handschrift, sozusagen das “Erbgut”, das Prong entstauben und weitertragen.

Tommy Victor war früher oft nah am perfekten Gesang, traut sich aber mit Prong – X – No Absolutes mal, davon wegzugehen. Das macht sich bezahlt. Seine Melodien verkanten sich sofort im Hirn. Die Band lässt immer wieder die Sau raus und gibt sich echt Mühe, aber “Belief System” und “Soul Sickness” geben mir irgendwie nichts. Keine Ahnung warum, aber das habe ich schon besser gehört. Dennoch: Das Album steck voller Elan, spürbarer Wut – Prong eben.

Taugts?

Mit Songs wie dem Titelsong des Albums “No Absolutes”, “Ultimate Authority” und “Ice Runs Through My Veins” setzt die Band Zeichen. Gerade der Opener “Ultimate Authority” ist ein echter Hammer, während “Ich Runs Through My Veins” ein grandioses Beispiel dafür ist, dass “eingängig” und “knallhart” kein Widerspruch ist – zumindest nicht für Prong. An solchen Songs zeigt sich, warum andere Bands sich gerne auf Prong berufen.

Prong – X – No Absolutes erscheint am 05.02.2016 bei Steamhammer / SPV

Webseite von Prong: http://prongmusic.com/

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