Queensryche – Condition Hüman – Fortsetzung einer Legende

Queensrÿche. Was ein großer Name. Queensrÿche kenne ich seit meiner Jugend, und immer noch bin ich der Meinung, dass ihr „Operation: Mindcrime“ eins der besten Alben aller Zeiten ist. Das erste, oder zumindest eins der ersten, Konzeptalbum im Heavy Metal. Ich muss zugeben, dass ich den weiteren Werdegang der Band aus Bellevue im Westen der USA dann etwas aus den Augen verloren habe – aber offensichtlich haben sie sich auch ohne mich ganz gut über Wasser halten können: Elf Gold- und Platin-Platten sprechen da eine klare Sprache.

Aufmerksam wurde ich wieder, als 2012 Geoff Tate recht spektakulär die Band verließ – (angebliches) Handgemenge, Beleidigungen und Gerichtsstreit inklusive. Um Tate formte sich dann – offenbar nach einer außergerichtlichen Einigung über Namen und Material – die Band Operation: Mindcrime, die grade ihr Debüt-Album „Key“ unter dem Namen veröffentlicht haben. Und jetzt legt wird nachgelegt, mit Queensryche – Condition Hüman.

Aber Band-interne Streitigkeiten gab es auch schon woanders – für uns sollte primär die Musik wichtig sein, die trotz (und manchmal vielleicht auch wegen) solcher Umstände rauskommt – also das, was wir auf CD bekommen. Und das sind 53 Minuten Musik in 12… na gut, 11 ½ Songs. Es ist Heavy Metal. Purer, reiner Metal. Schon der erste Song, „Arrow of Time“, holt den Hörer mit einem sauberen sechs Sekunden Gitarren-Solo ab, in das dann Drums, Bass und Vocals einfallen und ein rundes Bild schaffen. Keine Minute im Song, und ich fühl‘ mich wieder wie in den 80ern, 90ern, der Klang holt mich ab und setzt mich in einer Zeit aus, in der es sowas wie „Trash-“, „Speed-“, „Gore-“, „Nu-“ oder „GanzFreakySpaceHyper-“ Metal nicht gab. Umfasst mich mit zwei Gitarren, Schlagzeug, Bass und Stimme – und sonst nichts. Ja, ich muss lächeln, weil die Musik damit gleichzeitig so archaisch anmutet – und so jung, frisch klingt.

Mich erinnert Queensryche – Condition Hüman stark an den Sound der Operation: Mindcrime, ohne ein Wiederaufguss zu sein. Es ist eigenständig, die Stimme von Todd La Torre rauer, kratziger als bei den „alten“ Queensrÿche-Stücken, aber stimmig und eingängig. Und die Musik kommt mit Gesang, mit Lyrics aus, ohne auf „Shouten“, „Grunten“ oder „Growlen“ zurückgreifen zu müssen. Dabei wechseln sie durchaus zwischen und auch in den Stücken die Geschwindigkeit, gut zu hören zum Beispiel in „Hourglass“ oder in „Just Us“. Trotzdem schieben sie keine reine Ballade ein, die ruhigeren Passagen sind in den einzelnen Stücken enthalten.

Alles in allem bin ich bei diesem Album sofort zuhause, kann die Musik genießen, mich von vertrauten und doch neuen Klängen umspülen lassen. Sehr gelungen!

Webseite der Band: http://www.queensrycheofficial.com/
Facebookseite der Band: https://www.facebook.com/QueensrycheOfficial

Queensryche – Condition Hüman erscheint am 2.10.2015 bei Sony Music.

Trackliste:

  1. Arrow Of Time
  2. Guardian
  3. Hellfire
  4. Toxic Remedy
  5. Selfish Lives
  6. Eye9
  7. Bulletproof
  8. Hourglass
  9. Just Us
  10. All There Was
  11. The Aftermath
  12. Condition Hüman

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