Sebastian Fitzek – Das Joshua-Profil

Sebastian Fitzek - Das Joshua-ProfilMit „Das Joshua-Profil“ erschien vor wenigen Tagen der fünfzehnte Thriller von Sebastian Fitzek. Ich musste sofort angefangen zu lesen. Der interessant geprägte Umschlag der Hardcoverausgabe, der nicht einfach nur ein in Hochglanz bedrucktes Blatt Papier ist, erhöhte noch den Reiz, das Buch wieder und wieder in die Hand zu nehmen. Auch die bisherigen Bücher von Sebastian Fitzek konnte ich schon nicht wieder aus der Hand legen. Als ich den Klappentext las, war ich im ersten Moment etwas enttäuscht. Schon vorher wusste ich, dass es in diesem Roman um Kindesmissbrauch geht. Dachte ich zumindest. Der Rückumschlag des von mir heiß ersehnten, neuen Buches von Sebastian Fitzek verrät über den Inhalt:

„Der erfolglose Schriftsteller Max ist ein gesetzestreuer Bürger. Anders als sein Bruder Cosmo, der in der Sicherheitsverwahrung einer psychiatrischen Anstalt sitzt, hat Max sich noch niemals im Leben etwas zuschulden kommen lassen. Doch in wenigen Tagen wird er eines der entsetzlichsten Verbrechen begehen, zu denen ein Mensch überhaupt fähig ist. Nur, dass er heute noch nichts davon weiß … im Gegensatz zu denen, die ihn töten wollen, bevor es zu spät ist.“

Die Hauptfigur in „Das Joshua-Profil“ ist Max Rhode. Max ist Schriftsteller. Sein Debütroman „Die Blutschule“ (übrigens tatsächlich unter der ISBN 978-3-4041-7267-2 genauso wie das Joshua-Profil bei Bastei Lübbe Verlag erschienen) war auch sein einziger erfolgreicher Roman. Gemeinsam mit seiner Frau Kim und der 10 jährigen Pflegetochter Jola lebt er in einem Mehrparteienhaus in Berlin.

Als er eines Tages mit Jola im Stau steht, bekommt er einen anonymen Anruf eines sterbenden Patienten mit der Aufforderung diesen im Krankenhaus zu besuchen. Natürlich siegt seine Neugier und er fährt direkt zu der Klinik. Während er zum ersten Mal den Namen „Joshua“ hört und eindringlich gewarnt wird, er dürfe sich unter keinen Umständen strafbar machen, wird seine Tochter unter einem Vorwand aus dem Auto gelockt.

Als Max ihr verschwinden bemerkt, versucht er sie auf ihrem Handy zu erreichen. Als endlich abgenommen wird, meldet sich eine Männerstimme und reißt ihm den Boden unter den Füßen weg. Er geht wieder ins Krankenhaus zurück. Diesmal in die Pathologie …

An dieser Stelle bekam ich den ersten Schock. Aber – so viel sei verraten – zum Glück überlebt die kleine Jola unverletzt. Jemand hatte sie mit K.O. Tropfen betäubt. Zwei Monate später beginnen die Ereignisse sich zu überschlagen. Cosmo, der pädophile Bruder von Max, bekommt stundenweise Freigang und besucht Max unter dem Vorwand über sein Erstlingswerk reden zu wollen. Das Jugendamt will Jola wieder zu ihren leiblichen Eltern geben, da ein Gutachten belegt, diese seien jetzt wieder in der Lage selbst für sie zu sorgen. Vielleicht sogar besser als Familie Rhode? Denn auch Max war im Besitz von K.O. Tropfen.

Aus der Panik heraus flieht Max mit Jola. Weit kommt er allerdings nicht. Bei einem Unfall überschlägt sich der Wagen und Max wacht erst im Krankenhaus wieder auf.

Aber warum rennt Max kurz nach seinem Erwachen mit einer Handgranate bewaffnet aus dem Krankenhaus und entführt auch noch eine Paketzustellerin? Was hat Cosmo mit der Sache zu tun? Wie kann ihm sein Anwalt Christoph Marx helfen? Wie weit ist ihm Kommissar Stoya auf den Fersen? Doch die wichtigsten Fragen bleiben: Wer ist „Joshua“ und woher weiß er, dass Max bald ein grausames Verbrechen begehen wird? Oder bereits begangen hat?

Ich dachte, ich wüsste wohin die „Reise“ geht. Immer dann, wenn ich ein gutes Buch lese, überlege ich beim Lesen, wie es wohl weitergehen könnte. Wer ist der Böse? Welches Motiv steckt hinter dem Verbrechen? Sebastian Fitzek versteht es sehr geschickt, den Leser in eine andere Richtung zu locken. Immer wenn ich dachte „Ah, jetzt hast du es raus“, musste ich spätestens 2 Seiten weiter meine Vermutung wieder über Bord werfen. So war ich auch 20 Seiten vor Ende des Buches noch total überrascht von der, für mich, plötzlichen Wendung. Mit vielem hatte ich als bekennender „Fitzek-Fan“ gerechnet. Nur nicht damit!

Ein großes Dankeschön an Herrn Fitzek für viele tolle Leseabende, für teils sehr witzige, teils sehr ernste Nachworte und Danksagungen, für das Wiederfinden einzelner Charaktere in verschiedenen Büchern, für Spannung bis zum Schluss! Aber gerade für „Das Joshua Prinzip“ gehört dem aus Berlin stammenden Autor im Namen der Kinder für sein persönliches Engagement ausgesprochen als Botschafter beim Deutschen Kinderverein, der das Tabu „Kindesmisshandlung“ brechen will und sich für das Recht der Kinder stark macht, Gewalt- und Angstfrei aufwachsen zu können.

Ein tolles, ein abwechslungsreiches, dramatisches Buch zu einem (leider) aktuellen Thema, mit vielen überraschenden Wendungen, das bis zum Schluss spannend bleibt, für jüngere Leser vielleicht weniger geeignet ist. Ein Buch, das man unbedingt gelesen haben sollte, auch für die, die (noch) kein Sebastian Fitzek Fan sind.

Das Joshua-Profil von Sebastian Fitzek ist erschienen am 26.10.2015 bei Bastei Lübbe

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