Seelennacht – In Der Ferne (ReRelease)

Manchmal sind Re-Releases willkommene Gelegenheiten. Für den Hörer, für den Fan eine Chance, ein längst vergriffenes Album doch noch zu bekommen, für den Rezensenten eine Möglichkeit, auch zu „verpassten“ Alben noch etwas zu sagen. Das Debut-Album der Band Seelennacht – In Der Ferne aus dem Jahr 2010 ist so ein Fall.

Aufgrund der Nachfrage von Fans wurde das Album mit drei Bonustracks rereleased, wie es so schön auf Neudeutsch heißt. Und während ich mir dieses Album anhöre, das ich bis dato nicht kannte, muss ich gestehen: Ich verstehe die Nachfrage. Das Musikprojekt des aus Stuttgart stammenden Marc Ziegler beschreibt sich selbst als „durch Steampunk inspiriert“ – wer dabei aber an Abney Park denkt, liegt falsch. Seelennacht – In Der Ferne ist anders. Elektronisch getragen, zum Teil schnell, tanzbar, zum Teil vor allem getragen von der Stimme des Mannes aus der Nähe Stuttgarts, der eine beachtliche Vielfalt an Ausdruck durch seinen Gesang rüberbringt und sich bei Liveauftritten durch wechselnde Gast-Keyboarder unterstützen lässt.

Das Debut-Album von Seelennacht – In Der Ferne kam 2010 mit einem Dutzend Liedern daher, der ReRelease legt noch drei Bonustracks oben drauf, darunter ein sehr gelungenes Remix des Songs Gaslicht durch Desastroes. Damit ergibt sich eine Gesamtspieldauer von über 72 Minuten, die kraftvoll mit elektronischen und gesanglichen Klängen auf Deutsch und Englisch gefüllt werden. Und zwischen einem ruhigen „Black Waters“ in ruhigen, fast melancholischen Tönen und einem energiegeladenen, schnelleren, extrem tanzbaren „Into The Night“ spannt sich ein Leistungsspektrum auf, das ein (ehemaliges) Debut-Album zur guten Vorstellung macht für dunkle, düstren Electro-Pop oder Gothic Musik.

Seelennacht – In Der Ferne ist orginal 2010 erschienen, im ReRelease am 27.11.2015 bei Future Fame.

Webseite Seelennacht: seelennacht.de/

Webseite bei Future Fame: futurefame.de/ffseelennacht/

Seelennacht auf Facebook: facebook.com/seelennacht/

Video „Die Nächtliche Stadt“ vom letzten Album „Gaslichtromantik“

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