Sehr überraschend: Goitzsche Front – Mo[nu]ment

Heute, am 15.01.2016, erscheint das neue Album der Band Goitzsche Front – Mo[nu]ment. Deklariert als „Deutschpunk“. Und ganz ehrlich – die CD lag vor mir und ich starrte sie an wie ein Karnickel die Schlange. Diffuse Ideen von schlecht gespielten Instrumenten und unverständlichem Gegröhle spukten in meinem Kopf herum. Und der Gruppenname irritierte mich zusätzlich. Irgendwann reiss ich mich aus der Karnickelstarre, werf die CD dann ein – will dabei ein wenig was dazu lesen, und dann freundlich aber bestimmt verkünden: Dazu mache ich keine Rezension.

Nun – Du liest hier meine Rezension. Irgendwas hat sich also geändert. Tatsächlich, ich kam beim Lesen nur soweit, dass „Goitzsche“ als „Gottsche“ ausgesprochen wird und ein ehemaliges, inzwischen geflutetes, Braunkohletagebau-Gebiet in Sachsen-Anhalt ist, und keine verballhornte Form des Wortes „Deutsch“. Soweit komme ich – dann erwischt mich Goitzsche Front – Mo[nu]ment völlig. Das ist Punk inzwischen? Klare Instrumentenführung, laut, hart, in-your-face. Und streckenweise dann wieder ruhig, fast melancholisch. Punkrock, okay. Mal eher punkig, mal eher rockig, okay. Und dazu wartet Goitzsche Front – Mo[nu]ment mit klarer Stimme, deutschen Texten mit viel Tiefgang auf, viel Ironie, Sozialkritik und Schmerz.

Das Quartett aus Bitterfeld, das aus Bocki (Pascal Bock, Gesang), Ulze (Christian Schulze, E-Bass), Maxi (Maximilian Beuster, E-Gitarre) und TT (Tom Neubauer, Schlagzeug) besteht, schafft eine Symbiose zwischen Punk und Rock, ohne dabei Abstriche in den Lyrics zu machen. Einzelne Songs kommen klar aus dem Punk-Hintergrund – „mein Leben“ zum Beispiel, mit einem wundervoll-dreckigem Unterton:

Goitzsche Front (Quelle: http://www.goitzschefront.de/ )
Goitzsche Front (Quelle: http://www.goitzschefront.de/ )

Ganz egal was ihr versucht,
ganz egal, was ihr auch wollt,
ihr könnt mir alle Knochen brechen,
aber niemals meinen Stolz.

Und dann wieder ein Track wie „Irgendwo, Irgendwann“, das schon fast ein melancholisches Liebeslied auf der Grundlage von Bockis kratziger Stimme ist, wenn er da singt

Irgendwo, irgendwann, sehen wir uns sowieso,
im Leben voneinander getrennt, doch im Herzen vereint.
Kommt der Tag, kommt die Zeit,
dann bin ich dafür bereit,
aus dem Tal der tausend Tränen ins Licht zu sehn‘.

Zusammenfassend muss ich feststellen: Mein anfängliches Zögern war unbegründet. Goitzsche Front – Mo[nu]ment ist eine ausgewogene, rockige Scheibe, die in zwölf Tracks und über 41 Minuten mehr liefert als den angekündigten „Deutschpunk“. Ein rundes Ding – in jeder Hinsicht!

Goitzsche Front – MO[NU]MENT erscheint am 15.01.2016 bei D.O.R. (Soulfood)

Webseite der Band: goitzschefront.de
Goitzsche Front bei Facebook

Tourdaten Goitzsche Front 2016

13.01. Bochum, Matrix
14.01. Frankfurt, Nachtleben
15.01. Köln, Essigfabrik
23.01. Berlin, Blackland
30.01. Leipzig, Hellraiser
05.02. Rostock, Alte Zuckerfabrik
12.02. Magdeburg, Factory
13.02. Erfurt, From Hell
27.02. Affalter, Zur Linde
05.03. Adelsheim, Live Factory

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