Seratones – Get Gone

Rock aus Louisiana

Wer denkt bei Louisiana nicht zuerst an Delta Blues oder New Orleans Jazz? Für mich war es deshalb schon eine Überraschung zu erfahren, dass es dort, in den Südstaaten der USA, eine sehr aktive Punk und Garage-Rock Szene gibt. Das Debüt der Seratones – Get Gone ist eine frische Kombination aus 70er Gitarrenrock, Soul, Funk, Blues, Punk und Garage.

Get Gone

Die bärig zulangenden Songs des Albums werden durch die kraftvolle Soul Stimme der Sängerin A. J. Haynes, die immer wieder Gänsehaut hervorruft. Das Album wurde ausschließlich bei Live-Takes der Band aufgenommen, wodurch die Musik einen elementaren Charakter in sich trägt. Die Band spielt begeistert und begeisternd, schafft eine fast greifbare Atmosphäre, die schnell in die Beine geht.

Mit Ausflügen in Blues und Grunge bedient die Band mal dieses, mal jenes Genre und A. J. Haynes verleiht den Songs ein Feeling, das immer wieder sehr authentisch an Janis Joplins erinnert. Das Album trägt, wenn man so will, sehr alte Wurzeln in sich, aber Get Gone ist modern, frisch und alles andere als angestaubt. Songs wie „Don’t Need It“ sind großartige Stilmixe, die richtig abgehen, weil sie die Jahrzehnte überspannen und neu zusammensetzen.

Get Gone ragt aus der Masse hervor, weil es mal schnell, mal langsam rockt, weil die Seratones mal beinahe melancholischen Blues und Soul spielen und mal losrocken, als gäbe es kein Morgen. Das Album zeigt eine Band, die ihr Potenzial zwar gerade erst so richtig entdeckt, aber doch schon eine Menge vorzuweisen hat. Auch wenn manche Songs noch nach einer Band klingen, die sich und ihr musikalisches Zuhause sucht, so ist doch schon jetzt sehr viel Potenzial erkennbar, das mir schon sehr gefällt.

Seratones – Get Gone erscheint am 06.05.2016 bei [Pias] / Fat Possum / rough trade

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