Soil – Scream – The Essentials

20 Jahre laut, hart und schnell

Scars, das dritte Album von Soil, wird von manchen als deren Debütalbum betrachtet, war tatsächlich aber schon das dritte Album der Band, mit der die Band international bekannt wurde. Das Debüt war eigentlich die EP „Soil“, die allerdings hierzulande kaum jemand kennt. Insofern wird es manche überraschen, dass die Alternative-Metal Band aus Chicago jetzt ihr 20jähriges Bestehen feiert und deshalb mit Scream – The Essentials ein besonderes Album veröffentlicht.

Das Jubiläumsalbum Scream – The Essentials ist sowohl eine Zusammenstellung der Signature-Songs der Band, aber dazu kommen auch ein paar Cover und B-Sides, alle neu eingespielt und dadurch modernisiert wurden. Soil von heute ist eine andere Band als Soil von damals. Nicht nur die Besetzung hat sich im Laufe der Jahre verändert, sondern auch der Stil. Reifer ist die Musik geworden, fokussierter. „Alternative Versions und Remixe“, so nennt es jedenfalls der Beipackzettel.

Scream – The Essentials

Im Praxistest ist Scream ein großartiges Album. Es ist laut, es ist schnodderig, es rockt und es drückt und ist trotzdem professionell eingespielt und aufgenommen. Die Unterschiede zwischen der Sream-Versionen und früheren Aufnahmen sind mal mehr, mal weniger offensichtlich. Doch alle Songs zünden auf Anhieb und spätestens mit Halo hat die Band hier ein paar neue Fans gewonnen. Der musikalische Spannungsbogen des Albums ist stimmig und entspricht tatsächlich viel eher einem eigenständigen Album, als einer Best Of Compilation.

Soil spielen aus allen Phasen ihres eigenen Schaffens. Sowohl den kleinen, vorsichtigen Anfängen, Nummern, die selten zu hören sind, aber auch die großen Nummern wird dieselbe Aufmerksamkeit und Liebe gewidmet. Soil zeigt, wie und von wem die Band beeinflusst wurde und was sie daraus gemacht hat. Das ist schon beeindruckend zu hören, wenn auch der Zusammenhang nicht immer sofort offensichtlich ist. Da die Songs nicht einfach nur von anderen Alben zusammengeklaubt und neu abgemischt wurden, ist Soil – Scream – The Essential weit mehr als eine Best Of Compilation. Die Band hat das komplette Album neu eingespielt, was zwar den Charakter der Musik nochmal verändert, aber auch zeigt, was die Band heute ausmacht.

Scream – The Essentials ist ein gnadenlos geiles Album, weil die Band mit einer wundervoll natürlichen Einstellung an die Sache herangeht und es ordentlich krachen lässt. Das ganze Album ist eine einzige Party. Ob man das Cover von Gimme Some Lovin (Spencer Davis Group, 1967) nun mag oder nicht (hier gingen die Meinungen auseinander), der Rest des Albums ist kritiklos gut. Die Musik ist mindestens überzeugend. Selbst die ganz alten Schinken klingen super frisch, sind dynamisch und springen dich quasi aus dem Stand an.

Mehr als ein Best Of

Soil – Scream – The Essentials unterscheidet sich vom Konzept her wenig, von der Umsetzung her dann aber doch sehr deutlich von typischen Best Of Alben. Die Band präsentiert nicht nur ihre Hits, sondern eben auch Songs, die etwas spezieller sind. Dadurch und eben auch weil die Band alles neu eingespielt hat, entfaltet sich hier der wahre Charakter der Musik von Soil und der tritt ziemlich mächtig Hintern. Der deutlich amerikanische Stil der Alternative Metaller / Hard Rocker aus Chicago ist trotz der 20 Jahre Bandgeschichte frisch und modern. Die Verbindung aus damals und heute hat einiges Sexappeal. Mit Scream beweist Soil schwungvoll, wo die Band heute steht und was sie auszeichnet und warum sie (insbesondere Live!) zu Recht als eine der besten Hard Rock Bands gelten.

Soil – Scream – The Essentials erscheint am 15.09.2017 bei Afm Records / Soulfood

Offizielle Webseite der Band

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SOiL – My Time (Kickstart Version) (2017) // official audio video // AFM Records

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