Sound City: Real to Reel

Legendärer Soundtrack

Kaum ein Album hat mich damals so sehr beeinflusst, das legendäre „Nevermind“. Die Musik von Nirvana hat bei mir etwas in Gang gesetzt, das bis heute wirkt. Jetzt Curt ist schon lange tot und die Band aufgelöst, die Welt hat sich weiter gedreht und die verbleibenden Musiker widmeten sich eigenen Projekten. Damit sind wir bei Dave Grohl, ehemals Drummer bei Nirvana. Seine Bands Foo Fighters und Them Crooked Vultures haben einen enormen Stellenwert für mich.

Es gibt viele bunt gemischte Alben, Compilations, die zusammengestellt werden, weil irgendein Marketingmensch eine „tolle Idee“ hat. Es gibt Tribute-Alben, die produziert werden, weil irgendwelche Musiker mehr oder weniger berechtigt der Meinung sind, zu einem Thema etwas musikalisch beisteuern zu können oder zu müssen. Und dann gibt es zusammengestellte Alben, die entstehen, weil ein Musiker ruft und „die Großen“ dem Ruf folgen. In diese Kategorie gehört „Sound City: Real to Reel“.

Mr. Grohl drehte einen Film: Sound City. Ein Film über ein Musikstudio, in dem viele große Alben entstanden, unter anderem eben auch „Nevermind“ – und so schließt sich der Kreis: Mr. Grohl bringt seine Musik dahin zurück, wo sie vor Jahren ihren Ausgang nahm. Der Soundtrack „Sound City – Real to Reel“ hat sich in meiner Sammlung einen Ehrenplatz erobert. Ein solches Werk erlebt man realistisch vielleicht ein, höchstens zwei Mal pro Jahrzehnt. Dieses Album ist Rock. Es ist ein Meilenstein, ein Leuchtfeuer, an dem sich viele orientieren werden und noch viel mehr orientieren sollten.

Woher meine fast grenzenlose Begeisterung kommt? Dave Grohl, Krist Novoselic und Pat Smear… Fehlt noch der Sänger, um Nirvana zu komplettieren. Und wen lässt die Band in die Fußstapfen von Curt Cobain treten? Sir James Paul McCartney himself füllt für genau einen Song die schmerzende Lücke. Auch die übrigen Künstler, die Mr. Grohl auf diesem Album zusammenbringt, sind nicht „irgendwelche Musiker“. Das Tracklisting steht für sich:

1. „Heaven and All“ – Black Rebel Motorcycle Club (Robert Levon Been, Peter Hayes) mit Dave Grohl
2. „Time Slowing Down“ – Chris Goss (Queens of the Stone Age), Tim Commerford und Brad Wilk (beide Rage Against the Machine) mit Dave Grohl
3. „You Can’t Fix This“ – Stevie Nicks (Fleetwood Mac), Dave Grohl, Rami Jaffee (The Wallflowers), Taylor Hawkins (Foo Fighters)
4. „The Man That Never Was“ – Rick Springfield mit den Foo Fighters (Dave Grohl, Taylor Hawkins, Nate Mendel , Pat Smear)
5. „Your Wife Is Calling“ – Lee Ving (Fear), Dave Grohl, Taylor Hawkins, Pat Smear, Alain Johannes (Queens of the Stone Age)
6. „From Can to Can’t“ – Corey Taylor (Slipknot, Stone Sour), Dave Grohl, Rick Nielsen (Cheap Trick), Scott Reeder (Kyuss)
7. „Centipede“ – Queens of the Stone Age (Joshua Homme, Chris Goss, Alain Johannes) mit Dave Grohl
8. „A Trick With No Sleeve“ – Queens of the Stone Age (Joshua Homme, Alain Johannes) mit Dave Grohl
9. „Cut Me Some Slack“ – Paul McCartney mit Nirvana (Dave Grohl, Krist Novoselic und Pat Smear)
10. „Once Upon a Time … The End“ – Dave Grohl, Rami Jaffee, Jessy Greene und Jim Keltner
11. „Mantra“ – Dave Grohl, Joshua Homme, Trent Reznor (Nine Inch Nails)

Kurz gesagt: Wenn Rock dein Ding ist und Du Dir in diesem Jahr nur ein einziges Album kaufen willst: Hol Dir dieses. Egal was sonst noch kommt, dieses Album gehört auf jeden Fall in jede halbwegs ernstzunehmende Sammlung. Oder mit Saschas Worten: „Fuck, ist das gut.“

Dem ist nichts hinzuzufügen.

Sound City: Real to Reel erscheint am 08.03.2013 bei Smi Col / Sony Music

Webseite des Künstlers des Films

Mantra – Dave Grohl, Josh Homme, Trent Reznor

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