Soundbar – Akita Mani Yo: Neues gelernt

In den allermeisten Fällen rezensiere ich ja Spartenmusik. Und dann taucht durch eine Verkettung von mehreren Zufällen auf einmal Soundbar – Akita Mani Yo bei mir auf – Na gut, denke ich mir, gehste mal vorurteilsfrei da ran, hörste dir mal an. Denk ich mir so.

Und werde mit einem gesprochenen Intro konfrontiert, das den indianische Titel aufgreift: Akita Mani Yo – Beobachte alles auf deinem Weg, eingesprochen von Charles Rettinghaus. Und dann die ganz eigene Stimme von Elisabeth Herzog, die markant ein interessantes Pop-Stück einleitet – und dieser erste Eindruck wird dann direkt über den Haufen geworfen, als Andy Pries und Harry Rauschenherger plötzlich alles drehen, wenden, alle meine Gedanken zu dem Stück, dem Album, der Band mit Karacho vor eine Wand fahren lassen. Plötzlich hat ein (vermeintlich) harmloses Pop-Stück mehr Tiefe, mehr Abwechslung, eine ganz eigene Hip Hop-Schiene, ohne so weit rüber zu rutschen, dass man vor dem geistigen Auge knietief hängende Baggies sieht. Hoppla.

Die Musik schwankt zwischen Indie, Pop und HipHop. Wechselt zwischen melancholisch-melodisch und mitreissen-tanzbar, zwischen ernst-unterlegt und humorvoll-witzig. Zusätzliche Tiefe gewinnt Soundbar – Akita Mani Yo durch die ungewöhnliche Instrumentalisierung (ist das ein Wort?) – neben den drei Vocals spielen zu erwartende Drums (mit Marvin Hesse), Gitarre (William Hesse) mit, und mit Daniel Herzog ist auch ein Bass ist im Lineup – der allerdings mit sehr interessanten Klängen mitunter zur Posaune greift. Und schon wieder: Hoppla. Abgerundet wird der individuelle Sound der Band durch das begleitende Klavier von Elisabeth.

Soundbar – Akita Mani Yo füllt mit dreizehn Tracks gute 40 Minuten Musik. Und nicht nur das, sie füllen sie mit gut produzierter, abwechslungsreicher und vor allem interessanter Musik. Werde ich, ich persönlich, deswegen jetzt „meine“ Sparte verlassen und treuer Anhänger von Indie-Pop-Hip Hop werden? Nein, eher nicht. Aber genauso sicher wurde ich wieder einmal daran erinnert, nicht auf Vorurteile zu hören, und beständig den eigenen Horizont zu erweitern, neue Horizonte zu entdecken. Das galt für diese Veröffentlichung. Und grade heutzutage gilt das wohl auch generell. Und wer hätte schon gedacht, dass ausgerechnet aus Gummersbach solche Musik kommt?

Soundbar – Akita Mani Yo ist am 16.10.2015 erschienen bei intono records/Rough Trade.

Webseite von Soundbar: soundbarcity.de/
Facebook: facebook.com/SoundbarRecords

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