Stonewall Noise Orchestra – The Machine, The Devil & The Dope

Runter vom Sofa, rein in die Puschen

Retro Rock gerät in manchen Kreisen zunehmend in eine Art zelebrierten Stillstand, der sich dafür feiert, ein Gefühl in einer Blase einzusperren und die tragende Musik drum herum nach und nach um sich selbst drehen zu lassen. In einer ähnlich stetig enger werden Spirale hatten sich die aus Schweden stammende Band Stonewall Noise Orchestra (auch bekannt als S.N.O.) mit ihren letzten Alben einfangen lassen. Das 2013 veröffentlichte Salvation war schon beinahe ein QOTSA-trifft-Sabbath-in-den-80ern Tribute Album. Gut gespielt war es, keine Frage, aber es fehlte die Inspiration, das Eigene, das… ja. Weißt was ich meine? Entsprechend (sorry) langweilig klang es auch nach „auf Sicherheit gespielt“.

The Machine, The Devil & The Dope

Mit dem sperrigen Titel The Machine, The Devil & The Dope veröffentlicht das Stonewall Noise Orchestra das fünfte Album und ja, ich war echt voreingenommen und hatte meine Erwartungen deutlich runter geschraubt. Siehe oben. Doch Jonas, Viktor, Mr. Pillow, Snicken und Singe haben in den letzten drei Jahren offenbar von mehreren Leuten zu hören bekommen, dass sie auf ihrem Album irgendwie nachgelassen haben. Die Betonung liegt dabei wirklich auf dem Album, denn Live ist die Band ein Erlebnis besonderer Güte.

The Machine, The Devil & The Dope kommt deutlich frischer, lebendiger und entstaubter aus den Boxen geballert. Die Melodien wurden gestrafft, Riffs sind wieder Riffs und keine ziellos zerfasernden Soli, der Sound wirkt authentischer und die Band findet mehr zu sich selbst (zurück). Ja, da sind schon noch einige Verneigungen in diese und jene Richtung zu hören, aber es sind Verneigungen und kein Reenactment, Revival oder Cover.

Stonewall Noise Orchestra haben das Kunststück geschafft und sich selbst in den Hintern getreten. Die Songs auf The Machine, The Devil & The Dope strotzen vor Elan, sind fett abgemischt und eingängig ohne Schnulzen zu sein. Das Songwriting ist über alle Songs hinweg bemerkenswert gut gelungen und die Hook-Dichte ist beeindruckend, wodurch das Album insgesamt eine wundervolle Dynamik erhält, die schon in die Liga der QOTSAs / Foos / Sabbaths gehört, aber etwas ganz Eigenes ist. Wieder. Und das ist gut so.

Stonewall Noise Orchestra – The Machine, The Devil & The Dope erscheint am 20.05.2016 bei Steamhammer / SPV

Offizielle Webseite von Stonewall Noise Orchestra

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