Stray Train – Blues From Hell

Hard Blues Rock Dings

Eine Band, die Alben mit so eingängigen Namen wie Just ’cause you got the monkey off your back doesn’t mean that the circus has left town veröffentlicht, macht Dinge anders. Ursprünglich als Cover-Band etabliert, war das etwas sperrig benannte Debüt eine ordentlich erfreuliche Blues Rock Scheibe, die uns ziemlich gut gefiel. Die Band aus Slowenien legt jetzt mit Stray Train – Blues From Hell ihr zweitse Album, das etwas gefälliger benannt doch mindestens genauso charmant *rüber rockt.

Blues Rock im Keller und darauf ein Haus aus Hard Rock gebaut ist die Kurzbeschreibung von Blues From Hell. Die Band bedient sich wundervoll pathetisch bei so ziemlich jedem modernen amerikanischen Biker-Klischee. Denk grob in die Richtung Sons Of Anarchy und du hast die Richtung. Das Album ballert und rockt und zeigt auch mal das weiche Bauchfell des ach so harten Biker-Genres, in dem der weiche Kern ja eher nicht so im Vordergrund steht.

Die beim Debüt recht deutlich zu spürende Nähe zu bekannten Größen ist zum größten Teil deutlich zurückgefahren worden. Die Band traut sich, eigene Musik zu machen und nach sich selbst zu klingen. Der Mut wird belohnt, kommt das Album doch insgesamt sehr vital und spritzig in Schwung und hält die dynamische Stimmung schön hoch. Das Album macht tatsächlich Spaß, klingt ungezwungen und frei von der Leber weg gespielt.

Blues From Hell

Das Fundament aus Blues ist noch immer spür- und hörbar, doch der Hard Rock Anteil überwiegt deutlich. Das verleiht der Musik eine lässige Coolness, die vielleicht weniger den Teenager und dafür eher die etwas erwachsenere Hörerschaft anspricht. Trotzdem ist das Album kein Album für alte Säcke, denn der Sound ist jugendlich unbekümmert und frei von Muff und Staub. Das gefällt sehr.

Blues From Hell ist ein prima Album für die Männer-Party. Die Musik bockt und bleibt ihrer Linie treu. Die beiden obligatorischen “bärtige Männer in Lederkutten haben auch Gefühle” Songs saufen gottseidank nicht in endlosem Selbstmitleid ab und passen deshalb irgendwie doch zum Album. Trotzdem fallen Heading For The Sun und Love Is Just A Breath Away als langsame Bluesnummern aus dem Rahmen, auch wenn sie gut gemacht sind.

Der Rest des Albums ist bockstarke Party-Roadmovie-Autobahn-Mucke. Eine Schippe 90er Hard Rock Feeling, eine gesunde Portion Blues, ordentliches Tempo – nicht zu schnell, nicht zu lahmarschig – und eine sehr gelungene Produktion machen aus Blues From Hell insgesamt ein zwar vielleicht nicht elitär innovatives, aber dennoch sehr gut gefallendes Album. Schnupper meine Reifen und friss meinen Staub!

Stray Train – Blues From Hell erscheint am 24.11.2017 bei Dallas Records / Saol / H’Art

Offizielle Website der Band

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Stray Train – Heading for the Sun

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