Sunterra: Reborn – Zwei Seiten einer Medallie?

Wenn eine Band ankündigt, „eine zeitlich unbestimmte“ Pause einlegen zu wollen, schwant einem Fan normalerweise Übles. Wenn dann zehn Jahre nichts von der Gruppe zu hören ist, kann man eigentlich ’n Haken hinter machen: Hat sich erledigt. Das braucht dann schon wieder eine Wiedergeburt. Und genau die legt das Mini-Album Sunterra – Reborn hin. Würde die Scheibe zu Ostern erscheinen, würde sich sogar fast schon ein Titel wie „Resurrection“ anbieten – die Auferstehung.

Normalerweise bin ich bei Metal, vor allem neuem Metal, ja durchaus skeptisch – zu viele Erfahrungen mit Bands, bei denen man schon die Finger kreuzen muss, um sie „mittelmäßig“ nennen zu können. Entsprechend skeptisch und vorsichtig ging ich an Reborn heran… Lautstärke im ersten Durchlauf ein wenig gedämpft, man weiß ja nie…

Sunterra BandphotoWas dann aus der Anlage klang, überraschte mich. So sehr, dass ich die Scheibe gleich nochmal von vorne anwarf – lauter. Hallo, Nachbarn, ihr hört jetzt Sunterra. Ja, es ist Metal. Eindeutig. Aber es ist auch … mehr. Es hat Anklänge im Nu-Metal, klar, nur ist dieser Begriff für mich (immer noch) ein wenig mit Faith No More und ähnlichen Bands besetzt – Sunterra ist anders. Aber ja doch, Teile der hart gespielten Gitarren passen da genau zu. Carlos tiefes Growlen dann eher in den Bereich Deathmetal oder so – und wird unglaublich harmonisch von Lillys weiblichem Gesang kontrapunktiert, schafft den Songs eine ganz eigene Tiefe.

Neu bei den Österreichern ist nach zehn Jahren nur Ivan, der eine Doppelrolle als Keyboard-Programmierer und Gitarrist ausfüllt, als vierter des Quartetts soll auch Gründungsmitglied Chris Schön genannt sein, der neben dem Bass auch für die Lyrics sorgt.

Alles in allem ist Sunterra mit Reborn eine klasse Scheibe gelungen – irgendwo zwischen Death- und Nu-Metal, mit Gothrock-Einschüben und fast industrial-mässigen elektronischen Beiklängen und mit viel Pfeffer im Arsch, der zum Tanzen animiert. Chapeau!

Sunterra – Reborn erscheint am 20.01.2017 bei NRT-Records.

Webseite Sunterra (Facebook)

Trailer „Reborn“

Sunterra: Graceful Times (älteres Stück)

3 KOMMENTARE

  1. „Es hat Anklänge im Nu-Metal, klar, nur ist dieser Begriff für mich (immer noch) ein wenig mit Faith No More und ähnlichen Bands besetzt“

    Faith No More machen vieles, aber ganz bestimmt kein Nu Metal.

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