The Crüxshadows – Astromythology

25 Jahre und kein Stück eingerostet

The Crüxshadows (sprich: „Kru’shado’s“) überzeugen seit 1992 szeneübergreifend ihre Fans immer wieder durch mitreißende Shows, eine bemerkenswert positive Attitüde und tanzbare, intelligente Musik. Die ausufernden Touren der Amerikaner sind legendär, auf denen sie immer wieder mehr als 100 überzeugende Shows vor tausenden Zuschauern nahezu jeder Altersklasse abliefern. Das achte Studioalbum Astromythology setzt die Erfolgsgeschichte der Band nahtlos fort. Die vorab veröffentlichte Single Helios überzeugte im Praxistest bereits in den Clubs und das Album steht dieser Single in nichts nach.

Der breit aufgestellte Synthie-Sound des Albums ist ganz typisch The Crüxshadows, doch fühlt sich das Album klarer, eindeutiger, bestimmter an. Die Melodien sind wunderschön verträumt und intelligent komponiert. Dabei gefallen die durchaus komplexen Stimmungsbögen, die besonders durch Rogue und seine markante Stimme an Dramatik gewinnen. Die Songs auf Astromythology wirken aufgeräumter, differenzierter. Einzelne Passagen werden deutlicher voneinander getrennt. Das tut der Musik sehr gut, denn dadurch wirkt die Musik insgesamt kompakter, fasert an den Rändern weniger aus.

Der betonte Einsatz von freigestelltem Klavier auf der einen und immer wieder tief verschachtelten Violinen auf der anderen Seite hauchen der Musik eine wohltuende Ahnung von symphonischer Komposition ein, ohne sie zu überfrachten. Die Musik ist sorgfältig ausgewogen zwischen wuchtiger Breite und auf das Notwendige reduziertem Minimalismus. Dadurch, und auch durch das Verwenden von Elementen aus Marschmusik hier und Andeutungen von Industrial da, bleiben die Songs abwechslungsreich.

Astromythology

Astromythology bleibt im Herzen bei den von The Crüxshadows gewohnten Electro-Strukturen und -Sounds. Das Album hat bemerkenswert ruhige und emotionale Nummern, die sich stark von druckvollen Power-Tracks abgrenzen. Insofern mag Astromythology für manche ein Wechselbad sein, aber insgesamt trägt dieser Kontrast sehr zum sauber ausgewogenen Gleichgewicht des Albums bei. Flankiert durch den typischen Crüxshadows-Pathos ist Astromythology ein gelungener Nachfolger von As the Dark Against My Halo.

Schöne Electro-Rock-Nummern wie Of Angels oder Jupiter bedienen die Electro-Rock-Fraktion und gehören für mich zu den stärksten Nummern des Albums. Mein Favorit bleibt am Ende aber Uncertainty (In Space & Time) wegen seiner überzeugenden Stilmixtur, der kraftvollen Umsetzung und gleichzeitig deutlich spürbaren Fragilität. Astromythology ist so vielseitig, dass für beinahe jede Stimmungslage und Geschmacksrichtung was dabei ist. Darin zeigen sich sehr schön die Kreativität der Band und gleichzeitig auch deren bewundernswerte Vielseitigkeit.

Verspielt, gefühlvoll, solide, makellos

Das Album wird mit der für The Crüxshadows schon fast zum Markenzeichen gewordenen Leichtigkeit und Ungezwungenheit präsentiert. Vielleicht überwiegen am Ende bei diesem Album ein wenig die sanfteren Töne, doch der Qualität des Albums tut das keinen Abbruch. Die Band kostet das gesamte Spektrum des Synth-Pop und Electro-Pop aus, reichert es ausgiebig mit Rock an und bedient sogar ein Stück weit das Symphonische.

Die Musik ist Crüxshadow-typisch intensiv und berührend. Die Band bleibt bei dem, was sich für sie bewährt hat und die Fans wohl auch von ihr erwarten. Tanzbarkeit wird – wie gewohnt – groß geschrieben. Alle Songs vermitteln das für die Band typisch positive Grundgefühl, treiben an und bewegen Deinen Hintern quasi automatisch. Die melancholischen Ruhepole des Albums sollten deshalb vielleicht als „Atempausen“ bei dieser über eine Stunde langen Tanzparty genutzt werden.

Astromythology ist ein Album, bei dem The Crüxshadows wiedermal alles richtig gemacht haben. Ein eingängiges und doch markantes Album, das solide und zeitgemäß ist, zur Band passt und rundherum gefällt.

The Crüxshadows – Astromythology erscheint am 01.09.2017 bei Timezone

Offizielle Webseite der Band

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The Astromythology Tour 2017

15.09.2017 – Sheffield UK
16.09.2017 – London UK
19.09.2017 – Krefeld
20.09.2017 – Frankfurt
21.09.2017 – Nürnberg
22.09.2017 – Leipzig
23.09.2ß17 – Dresden
24.09.2017 – Berlin
26.09.2017 – Hamburg
27.09.2017 – Leiden
28.09.2017 – Köln
29.09.2017 – München
30.09.2017 – Kaiserslautern
01.10.2017 – Wien A

The Cruxshadows – Helios

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