The First Avenger: Civil War

Beste Feinde

Himmelfahrt – Vatertag. Beste Gelegenheit, sich ins Kino einladen zu lassen. Und was könnte besser zu diesem Feiertag passen, als The First Avenger: Civil War? Genau! The First Avenger: Civil War in 3D! Da ich ja schon ewig als DER Spezialist in Sachen Superheldencomics bekannt bin, wusste ich natürlich ganz genau, welches Set und Setting mich erwarten würde (das war ein Scherz, haste gemerkt, ne?)

Kino… ich spare mir jeden Kommentar zu den Preisen der Karten. Aber, mal so unter uns: Acht Euro paar Gelochte für 300 Gramm Lakritze? Zwanzig Euro für 3 Halbe Sprudelwasser mit Beutelchen Popcorn? Und ihr wundert Euch wirklich, warum keine Sau mehr ins Kino geht? Kurze Rücksprache mit der Bank und einen Kleinkredit später ging es ins Vergnügen. Bloß acht Trailer. Und nur vier Werbefilmchen für…. keine Ahnung. Hab’s schon wieder vergessen, so gut war die Werbung. Egal, der Film.

The First Avenger: Civil War

The First Avenger: Civil WarGanz grob lässt sich die Handlung zusammenfassen zu „Captain America trifft auf Iron Man“. Immerhin, die beiden Figuren kannte ich und wusste, was deren Hintergrund ist. Bei vielen anderen Figuren war ich echt ratlos, zumal nicht mal deren Namen genannt wurde. Wer sich so gar nicht in diesem Universum auskennt, wird – wie ich – wahrscheinlich einige lustige Anspielungen und Annekdoten nicht verstehen. Für den Film war das rückblickend sogar ganz gut, weil ich mich mehr auf die Handlung konzentrieren konnte und nicht durch irgendwelche Nebenplots abgelenkt wurde.

Bei einem Einsatz der Avengers kann zwar um Haaresbreite eine gewaltige Katastrophe verhindert werden, doch kommt es zu Kollateralschäden und Unschuldige kommen ums Leben. Zusammen mit den Folgen vorhergehender Aktionen der Avenger reicht es den Mächtigen der Welt offenbar. Die Avenger sollen unter die Kontrolle der Vereinten Nationen gestellt werden.

The First Avenger: Civil WarÜber die Frage, ob sich die Avenger diesem Gremium unterwerfen sollen oder nicht, kommt es zum handfesten Streit unter den Superhelden. Das Team spaltet sich in zwei Lager: Eine Fraktion sammelt sich um Tony Stark aka Iron Man, die andere folgt Steve Rogers, aka Captain America. Beide Seiten rekrutieren „neue“ Superhelden, um schlagkäftige Argumente auf der eigenen Seite zu haben. Ant Man und der junge und unerfahrene Peter Parker (aka Spider Man) werden in den Plot eingeführt.

Immerhin: Spiderman wird angenhem nervig und überheblich dargestellt und kommt damit meinem Eindruck von diesem überheblichen Fatzke näher, als alle bisherigen Verfilmungen – würde ich die anderen besser kennen, könnte ich zu deren Umsetzung mehr sagen. So jedoch….

The First Avenger: Civil WarDie unterschiedlichen Charaktere und deren Einstellung zueinander führt immer wieder zu emotionalen Konflikten. Nach und nach erfährt der Zuschauer, wie eng die Schicksale und die Vergangenheit der Hauptfiguren miteinander verknüpft sind. Der Aufbau der Story funktioniert erstaunlich gut und kurzweilig, denn der Film verzichtet auf den erhobenen Zeigefinger und vermeidet eine Vorabbewertung. Immer wieder zeigt der Film auch die andere Sichtweise, überlässt es dem Zuschauer, sich eine Meinung zu bilden.

In gut gemachte Actionszenen verpackt, beschäftigt sich der Film mit tatsächlich tiefgründigen Fragen: Darf es unkontrollierte Macht geben? Wann wird Allmacht zur Willkür und damit zur Gefahr? Ist Recht immer richtig? Oder gibt es ein „Richtig“ außerhalb des Rechts? Der Film reitet auf diesen Fragen nicht herum, dosiert die Probleme vorsichtig und amüsant.

The First Avenger: Civil WarDer Film steuert unausweichlich auf einen offenen Konflikt zwischen Captain America und Iron Man zu. Testosterongesteuert wie die beiden nunmal sind, können sie das Problem natürlich nicht bei einem Bier und einer ausgiebigen Debatte klären, sondern müssen sich ordentlich durchwalken. Ja, der Showdown ist sehenswert und wer warum „gewinnt“, ist tatsächlich bis zum Schluss nicht absehbar und auch nicht, was daraus für die Avengers folgt.

The First Avenger: Civil War ist hübsches Popcorn Kino. Es war vielleicht nicht der beste Actionfilm, den ich jemals gesehen habe, aber es war auch ganz bestimmt nicht der schlechteste. Die Story ist zwar nicht die Komplizierteste, aber hey, wir reden von Marvel Comics und nicht von Shakespeare. Die Fragen, die der Film anreißt, sind durchaus ungewöhnlich für einen solchen Film und ich fand es bemerkenswert, dass dem Zuschauer die „Lösung“ dieser Fragen nicht auf dem Silbertablett präsentiert wird. Der Film hat Spaß gemacht. Es waren amüsante und abwechslungsreiche zweieinhalb Stunden. Was will man mehr?

The First Avenger: Civil War (Originaltitel Captain America: Civil War) lief am 28.04.2016 im Kino an.
Produktion: Marvel Entertainment / Studio Babelsberg
Buch: Christopher Markus, Stephen McFeely
Regie: Anthony und Joe Russo
Cast: Chris Evans, Robert Downey Jr., Scarlett Johansson, Sebastian Stan, Anthony Mackie, Don Cheadle, Jeremy Renner, Chadwick Boseman, Paul Bettany und andere.

Offizielle Webseite zum Film

Marvel’s Captain America: Civil War Red Carpet Premiere

(Bilder: Marvel)

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