The Jelly Jam – Profit

Ein Album, das Maßstäbe setzt

The Jelly Jam ist ein Schwergewicht des Progressive Rock aus den USA. Schlagzeuger Rod Morgenstein ist bekannt von Winger und den Dixie Dregs. Sänger und Gitarrist Ty Tabor kennt man von King’s X. Bassist John Myung greift sonst bei Dream Theater in die Saiten. Alle drei sind Musiker mit einigem Gewicht, die sich zusammengefunden haben, um sich einfach einen Traum zu erfüllen. Die Jungs bewunderten sich gegenseitig schon eine ganze Weile, bevor sie 2002 ihr erstes gemeinsames Album herausbrachten.

Profit

Ihr neues Album heißt „Prophet Profit“ und ist eine Nummer für sich. Die Band zeichnet das Spannungsfeld zwischen dem nach, was Progressive aus macht und der Musik, die Geld verdienen soll, so Ty Tabor. Was sich auf dem Papier fürchterlich abstrakt und theoretisch liest, klingt auf der Anlage aber mörderisch gut. Das Können dieser Musiker jeweils für sich ist bereits schwer in Worte zu fassen. Vereint entsteht daraus etwas, dessen Genialität jeder Beschreibung spottet.

Die Musik auf Profit hat einen Hang ins düstere mit einer schwer zu verleugnenden Verbundenheit zum Rock der 70er Jahre, den die Band elegant modernisiert und weiterentwickelt. Das Album ist so hinreißend charmant und hochklassig, das es schon fast albern ist, das noch extra zu betonen. Aber Jelly Jam – Profit funktioniert so gut, dass selbst Leute aus meinem Umfeld, die mit Prog Rock einfach mal gar nichts anfangen können, dieses Album feiern.

Der Rock der Band ist unaufdringlich, elegant, makellos. Es passt und stimmt alles. Die Band experimentiert innerhalb der Musik so elegant, dass es häufig gar nicht sofort auffällt, was die Musiker gerade für abgefahrenes Zeug abliefern, weil die Musik eine so strahlende Grandezza verbreitet, dass man gar nicht anders kann, als sich in die Musik zu verlieben, die gleichzeitig sanft und kraftvoll einfach da ist. The Jelly Jam brauchen kein Geballer oder Geschrei. Sie brauchen keine minutenlang kreischenden Gitarren. Ihre Musik überzeugt anders, durch Klasse und gezeigtes Können.

Progressive Rock ist nicht jedermanns Sache. Vielen ist Prog Rock zu verkopft, zu experimentell, zu … was weiß ich. The Jelly Jam zeigen, dass das auch ganz anders geht. Prohet Profit geht ohne Probleme als Rock Album durch, das nur an ganz wenigen Stellen die „typischen“ Progressive Elemente dominant in den Vordergrund stellt. Die Band erschafft eine so natürlich dichte Atmosphäre, die wie gewachsen wirkt und sich jedem sofort erschließt und zugänglich ist. Es ist Rock auf einem Niveau, wie er immer sein sollte, aber eben nicht immer ist und gerade deshalb ist dieses Album so herausragend.

The Jelly Jam – Profit erscheint am 27.05.2016 bei Mascot Label Group / Rough Trade

Offizielle Webseite von The Jelly Jam

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The Jelly Jam – Water (Lyric Video)

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