The Shrine – Rare Breed

Um ehrlich zu sein: The Shrine – Rare Breed kam bei mir anfangs gar nicht an. Das Album lag hier morgens rum, als es so richtig stressig war und Stichwörter wie „70er Jahre“, „Kalifornien“ und „Skateboard“ ließen mich befürchten, dass mir ein Verschnit aus Limp Bizkit und Fu Manchu oder so bevor stand. Kurz in den ersten Track „Coming Down Quick reingehört. Kreischende Schrabbelgitarre und genau das, was ich befürchtet hatte. Danach wurde es dann auch nicht besser. Auch die anderen Tracks, die ich anspielte, ließen den Funken bei mir nicht wirklich über springen.

Neulich aber, nach einem echt fucking stressigen Tag, landete das Album – aus welchen Gründen auch immer – wieder in meinem Player. Irgendetwas machte Klick und ich verstand. „Rare Breed“ ist kein Stoner-Rock. Das ist Punk. Das ist einfach ein Punk Album, das sich bei Stoner-Rock bedient. Und plötzlich funktionierte das Album, weil mir klar wurde, dass The Shrine sich einfach den Frust von der Seele spielte und mit so vielen ausgestreckten Mittelfingern wie möglich verkündete, was die Welt sie ihrer Meinung nach kann.

Ihr Produzent Dave Jerden (Alice in Chains, Social Distortion, Jane’s Addiction) sagt über the Shrine, dass diese Band seiner Meinung nach die beste Mischung aus Punk, Thrash und Hard Rock ist, die er je gehört hat. Den Klang, den er dem Album verpasst hat, ist beeindruckend. Das ist nicht irgendwelches punkiges Getue oder irgendwelche Teens mit Hormonproblemen und amoklaufender Attitüde. Rare Breed zeigen eher, dass andere sich zwar „Punks“ nennen mögen und vielleicht wissen, wo man in eine Gitarre beißen muss, aber wenn man es ernst meint, dann geht da doch noch was mehr.

The Shrine – Rare Breed ist ein Album, das vom mir von Herzen unsympathischen deutschen Schraddelpunk Lichtjahre weit weg ist. Diese Band kann und will spielen und zeigt gerade dadurch, was alle anderen sie können. Das Album hat ganz schön Eier und ist vielleicht nicht erste Wahl für das Sonntagsfrühstück. Auch die Anleihen beim Stoner werden nicht jedem ad hoc gefallen. Ging mir ja nicht anders. Aber in der richtigen Stimmung, wenn man echt den Kanal so richtig voll hat…

The Shrine – Rare Breed ist erschienen am 30.10.2015 bei Century Media Records / Sony

Webseite der Band: http://theshrinefuzz.tumblr.com/

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