Then Comes Silence – Blood

Schwarzes Post Punk Revival

Post Punk mit deutlicher Dark Wave und Goth-Rock-Färbung scheint ein unerwartetes Revival zu erleben. Die schwedische Band Then Comes Silence jedenfalls greift mit ihrem Album Blood tief in die Erinnerungskiste. Die Verbindungen zu Bauhaus, The Sisters Of Mercy, The Nephilim und so weiter sind überdeutlich. Das vierte Album des Quartetts aus Stockholm ist aber kein auf modern getrimmter Aufwasch alten Materials, sondern ein eigener und teils auch eigenwilliger Take auf diese Musik, der nicht nur verblüffend gut gemacht ist, sondern auch extrem authentisch rüber kommt und dadurch überzeugt.

Die Musik baut eine herrliche Retro- und gleichzeitig doch angenehm moderne Atmosphäre auf, deren Intensität und auch Schönheit durch dichten Sound und klare Strukturen überzeugt. Der Schwerpunkt liegt auf Gitarre und Synthesizer, getragen von akzentuiert groovendem Beat, der direkt aus den Zeiten von Eldritch & Co. zu kommen scheint. Die eigene Herangehensweise der Band sind insbesondere in Songs wie Flashing Pangs of Love und Good Friday sehr präsent.

Blood

Die Band versteht sowohl das minimalistische wie auch das ausufernde Spiel mit dem Post Punk Genre auf so hohem Niveau, dass sich schon die Frage aufdrängt, ob die Band vielleicht in Wirklichkeit eine Supergroup der Granden jener Tage sein könnte. Die Klangvielfalt ist umfassend, reicht von langsamer Melancholie bis hin zu treibenden Dancefloorfillern, die sich ganz explizit an die Schwarze Szene richten und wundervoll die Atmosphäre wieder aufleben lässt, die auch damals schon ihre ganz eigene Faszination ausgeübt hat.

Im Vergleich zu älteren Alben der Band wirkt Blood strukturierter, planvoller und stringenter. Das zuweilen etwas ausufernde Chaos hat die Band sauber kultiviert und benutzt es jetzt als gezieltes Stilmittel (siehe zB The Rest Will Follow). Dadurch wird die Musik vielleicht etwas weniger Punk, aber gewinnt wegen der zugänglicheren Umsetzung am Ende doch eine Menge Charme hinzu. Die Mischung ist vielleicht gerade deshalb insgesamt sehr sympathisch und das Album sehr interessant.

Die klaren Vocals bestechen durch ihre Eindringlichkeit und gerade den Verzicht auf verzerrende Effekte. Die mal getragene, mal fordernde Stimme von Sänger Alex Svenson hält das Album zusammen, verleiht ihm genau den faszinierend düsteren Touch, der auch schon damals dieser Musik zum Durchbruch verholfen hat. Blood jedenfalls gehört definitiv zu den besseren Veröffentlichungen des Genres, die auch echte Chancen dazu haben, auch in einigen Jahren noch interessant zu sein. Und wer weiß? Vielleicht erleben wir ja wirklich so etwas wie einen neuen Frühling der Schwarzen Szene.

Then Comes Silence – Blood erschenit am 20.10.2017 via Nuclear Blast / Warner

Offizielle Website der Band

Bandseite bei Facebook

THEN COMES SILENCE – Warm Like Blood (OFFICIAL VIDEO)

KEINE KOMMENTARE

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT