Tying Tiffany – Drop

Tying Tiffany… beinahe hätte ich die Künstlerin aus Italien wieder vergessen. 2005 hatte ich ihr „Undercover“ in Händen und war sehr angetan von ihrer vielschichtigen Musik. Die Veröffentlichung von „Drop“ Anfang des Jahres ging leider an mir vorbei. Egal, ich hab ja Tilman, der mir auch ganz gerne mal Musik hinterherträgt. Der hatte Tying Tiffany auf dem M’era Luna für sich entdeckt und war – völlig zurecht – begeistert.

Tying Tiffany macht elektronische Musik. Fortgeschrittenen Dark-Synthie-Pop würde ich das nennen, was auf Drop präsentiert wird, knapp an der Grenze zum Avant Garde. Drop ist ein emotionales, ein verträumtes, ein wenig entrückt klingendes Album mit einem ganz eigenen Drive. Die Beats halten die Stimmung immer antreibend, vorwärts gerichtet, während die Stimme von Tiffany eher ausgleicht, entschleunigt, wenn man so will. Das Spannungsverhältnis aus der engelsgleichen Stimme der Sängerin auf der einen und den treibenden Beats auf der anderen Seite macht die Musik interessant und abwechslungsreich.

Drop kommt leise eherentspannt daher. Die Musik ist präsent, aber sie erzwingt nichts, doch sie drängelt sich ins Ohr und die Rhythmen verführen zum Mitmachen. Wird der Musik Raum gegeben, verwandelt sich das zuerst vielleicht unscheinbar wirkende Synthie-Album zu einem hinreißenden Traum aus Sound und Rhythmus, in dem die eigenen Gedanken zu schweben beginnen, geführt und angelockt von Tiffany.

Die bezaubernden Klanggebilde, die Tiffany malt, ihre sorgsam konstruierten Traumwelten sind verführerisch einladend. Ihr manchmal entrückter, fast schon abwesender Gesang betont den verträumten Charakter der Musik. Dazu stehen Texte und Rhythmen oft in starkem Kontrast, was die Musik interessant macht. Irgendwo zwischen Downbeat, Trip Hop und Ambient schwebt die Musik von Tiffany und lädt ein, sich in die Musik fallen zu lassen.

Tying Tiffany – Drop ist in Deutschland erschienen am 01.01.2015 bei Trisol

Webseite: http://www.tyingtiffany.com/

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