Wakrat – Wakrat

Franko-Amerikanischer-Anarcho-Progressive Punk

Rage Against The Machine und Audioslave sind den meisten ein Begriff. Wakrat hingegen eher nicht. Allen drei Bands gemein ist Bassist Tim Commerford, der zusammen mit Laurent Grangeon and drummer Mathias Wakrat das Projekt „Wakrat“ initiiert hat. Commerford sagt über das Projekt: „zwei Franzosen und einen amerikanischen Anarchisten, die modernen, aggressiven Punk Rock spielen, um das System zu erschüttern“. Punk ist doch eigentlich tot? Hatte ich zumindest so in Erinnerung. Aber Commerford und seine Kumpels sehen das anders und legen einfach mal einen vor.

Tatsächlich hat Wakrat wenig mit dem typisch europäischen Punkrock zu tun. Der Sound ist sehr typisch amerikanisch und geht ordentlich zur Sache. Inhaltlich geht es richtig rund. Die Texte brauchen den Vergleich mit denen von Rage Against The Machine nicht zu scheuen.

„It always happens in America, eat more, waste more, fake more, make more war, war war, war“
(Wakrat, Generation Fucked)

Wakrat toben sich ausgiebig am politischen System (der USA), an Politikern, Korruption, sozialer Ungerechtigkeit aus und bennen Dinge beim Namen – was in Zeiten von betonter „political correctness“ sehr selten geworden ist. Ihre deutliche Kritik verpackt die Band in griffigen, modernen und – ich sagte es bereits – sehr amerikanischen Punkrock, der doch schon ganz anders klingt als das, was hierzulande als „Punk Rock“ verbreitet wird. Anekdote am Rande: Der kürzlich verstorbene Greg Lake („Emerson, Lake und Palmer“, „King Crimson“) behauptete ja, dass es Punk Rock gar keine „echte“ Musik sei, weil „Punk“ ein „Fashionstatement“ sei. „Echte“ Punk Musik war für ihn, was The Who und die Rolling Stone gemacht haben. Ich bin auf die Debatten gespannt.

Wakrat (gesprochen übrigens „Wock-Rätt“) legen jedenfalls ein Debütalbum hin, dass es ordentlich in sich hat. Es ist angenehm schnell, nicht zu viel Gedresche und trotzdem handfest, Comerford kann am Mikro offenbar auch einiges, was für mich eine wirklich positive Überraschung ist. Die Musik ist ungewohnt, weil „sowas“ hier eher selten im Radio läuft, aber bockt schon. Wer allerdings schwierigkeiten mit ungeschönten farbigen Metaphern hat, oder Schmusemusik sucht, sollte sich vielleicht nach einem anderen Album umsehen.

Wakrat – Wakrat ist erschienen am 11.11.2016 bei Earache / Warner

Offizielle Website von Wakrat

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Wakrat – Generation Fucked (Official Lyric Video)

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