Welle: Erdball – Gaudeamus Igitur

Lasst uns also fröhlich sein

Letzte Woche kam Welle: Erdball auf den Markt mit ihrem neuen Album: Gaudeamus Igitur („Lasst uns also fröhlich sein“). Welle: Erdball wird offiziell als „Minimal Electro“ gelistet und die Band schafft schon seit 1990 ihre Musik – am Anfang allerdings noch unter wechselnden Namen.

Das ursprüngliche Duo aus „Honey“ Malecki (Gesang, Perkussion) und „A.L.F.“ Behnsen (Synthi) wurde nach und nach erweitert, inzwischen treten sie als Quartett auf, ergänzt um Frl. Venus (Hintergrundgesang, Perkussion) und Lady Lila (Gesang, Perkussion). Welle: Erdball tritt vor allem bei Live-Auftritten als fiktiver Radiosender auf – schon der Bandname lehnt sich an ein Radio-Hörspiel aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts an.

Der Haken…

Spätestens mit Gaudeamus Igitur muss – oder darf – man wohl Electro-Pop zu den Genres hinzufügen, die Welle: Erdball bedienen. Das Album kommt fröhlich, beschwingt, fast frühlingshaft daher (weitaus frühlingshafter als das Wetter grade zumindest…), verbreitet gute Laune, lässt mitsummen, und fast die leise Stimme des Unterbewusstseins ignorieren, die im Hinterkopf auf und ab hüpft und Dich dringend auf etwas aufmerksam machen will.

Welle Erdball - Gaudeamus IgiturDoch, da, jetzt, wirst Du etwas aufmerksamer, lauscht etwas genauer hin, und untermalt von einem Chanson besingt Honey fröhlich das Ende der Welt. „Die letzte Chance zu leben“ bleibt fröhlich, aber wird bitterböse konterpunktiert durch die Lyrics – „in vielen tausenden Jahren schauen wir wieder hoch ins All […] denn am Tag als es zu Ende ging, fing es von vorne an.“ Selten wurde ein Weltuntergang fröhlicher zelebriert.

Oder auch „Stirb mir nicht weg“ – wie ein Rückblick auf das Jahr 2016, in dem uns so viele große Musiker verlassen haben. Fröhlich, von minimalistischen Electro-Sounds untermalt, wird ein Appell an die Heroen der Musikbranche gerichtet – Stirb mir nicht weg, ich will Dein‘ Herzschlag hören!

Also: Gut!

Insgesamt verbreiten Welle: Erdball mit über einer Stunde Musik verteilt auf 11 Tracks gute Laune – mit einem Haken. Musikalisch noch deutlicher populärer als zum Beispiel das letzte Album „1000 Engel“, denn es gibt keine Ausreißer in härtere Sphären mehr (wie bei den Engeln noch zum Beispiel mit Re-Animierung). Das Album ist gut zu hören – auch wenn für mich persönlich besser durchmischt auch mit anderen Stücken, um eine „Übersüßung“ zu vermeiden.

Welle: Erdball – Gaudeamus Igitur ist am 28.04.2017 bei Oblivion erschienen.

Homepage Welle: Erdball (Facebook)

Tourdaten

05.05.2017      Magdeburg      Factory
06.05.2017      Wiesbaden      Schlachthof
11.05.2017      Nürnberg         Hirsch
12.05.2017      Erfurt               From Hell
13.05.2017      Dresden          Reithalle
19.05.2017      Rostock          MAU Club
20.05.2017      Flensburg        Roxy
25.05.2017      München         Theaterfabrik
26.05.2017      Wien                Szene
27.05.2017      Mannheim       MS Connexion Complex
08.07.2017      Ulm                 Ratiopharm Arena @ Volle Kraft Voraus Festival

Gaudeamus Igitur Trailer

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