Zoax – Zoax

Alternative meets Core – und das funktioniert!

Zoax präsentieren mit ihrem gleichnamigen Album Zoax eine modernisierte, geschmeidige Mixtur aus Rock und Core, die zwei bemerkenswerte Dinge schafft: Erstens klingt das Album tatsächlich frisch und hat was unbestreitbar „Anderes“, das sich von anderen Bands des Genres abhebt. Zweitens schalte ich nicht nach den ersten paar Takten ab und das ist in meinem Fall wirklich bemerkenswert. Meine Aversion gegen unverständlich herausgeschriene Musik ist hinlänglich bekannt. Ich kann Musik einfach nichts abgewinnen, die vollkommen sinnbefreit laut um des laut seins Willen ist und permanent über die Ungerechtigkeit der Welt in Selbstmitleid zerfließt, nur um dann die ultimative Lösung darin zu sehen, alles und jeden zu hassen – am meisten aber sich selbst und jeden, der gerade zuhört.

Zoax sind da auf ihrem Album Zoax von Anfang an anders. Ja, auch sie haben diese Songs, die für mich schmerzhaft nah an jener Attitüde entlang schrammen, auf die ich mit einem spontanen „ey, komm klar und werd erwachsen“ reagiere, aber das bleibt auf diesem Album die Ausnahme. Wenn Zoax zu diesem Stil greifen, dann sind diese Songs trotzdem gut gemacht. Genau das ist es, was mir bei diesem Album immer wieder durch den Kopf geht: „Gut gemacht.“ Zoax kombiniert, was andere Bands jeweils in ihrer eigenen Nische machen. Da ist schon was von Red Hot Chili Peppers und System of a Down drin in der Musik, aber es ist eben nicht nachgemacht.

Die Band aus London (England) macht ihr eigenes Ding und deshalb ist Zoax vielleicht eher Alternative Rock als Core. An den Ecken etwas runder, in sich stimmiger, nicht stur auf „Hauptsache laut“ gebürstet, beweist die Band, dass sie potente Musiker sind, die zwar gut laut abgehen können, aber eben auch und gerade an den leisen Stellen zu überzeugen wissen. Obwohl manche dieser „Rundungen“ vielleicht an „weichgespült“ erinnern, ist es eben das nicht, denn die Band nimmt ihren Songs nicht die Schärfe, sondern die Nische, denn inhaltlich sind die Songs mehr als nur manchmal ein ausgestreckter Mittelfinger.

Zoax BandshotGenau das macht die Band richtig. Sie holt mich ab und zeigt mir ihre musikalische Welt. Sie haut mir nicht krawallbetont um die Ohren, wie scheiße sie die Welt findet. Dadurch wird die Musik mehrdimensional und in sich durch mehr abwechslungsreich als nur durch wechselnde Texte. In ihren Songs durchbricht die Band immer wieder den von ihr selbst vorgezeichneten Rahmen und verlässt den Bereich des Mainstream mit Vollgas, was manchen irritieren wird, denn die Band spielt sehr gekonnt alle Erwartungen und Vorurteile gegeneinander aus.

Zoax unterstreichen die Emotionalität ihrer Musik immer wieder, erlauben in Songs wie Roses On The Way, Zuperheroez oder Mirrors Leichtigkeit und Zufriedenheit, die in allen Core-Genres sonst eher verpönt ist. Dadurch entsteht beim Zuhören über das Album hinweg eine Nähe zur Band, weil sie authentisch ist und doch durchdacht, gut produziert aber nicht glattpoliert.

Die Band bietet viele Andockpunkte, schafft immer wieder neue Querverbindungen, mit denen man sich identifizieren kann, über die man sich in ihrer Musik wiederfindet: Hier der Ansatz von Reggae, da der Ausflug in die 90er, dort ein wenig Funk. Auch dadurch beweist die Band ihre Qualitäten als Musiker, denn eine solche Bandbreite souverän in den eigenen Stil zu verpacken, das setzt auch eine gehörige Portion Können am Instrument voraus, besonders dann, wenn das Ganze dann am Ende auch noch allen Spaß macht.

Zoax – Zoax erscheint am 13.05.2016 bei Century Media Records / Sony

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